Deutsche/Dresdner Bank Analysten vermissen konkrete Fusionspläne

Die Fusionspläne der beiden Banken kommen bei Analysten nicht so gut an. Merrill Lynch bemängelt, dass die Deutsche Bank zuviele Werte an die Allianz abgebe. Warburg Dillon Read vermisst Pläne für die ersten 100 Tage.

Frankfurt - Die Investmentbank Merrill Lynch hat das mittelfristige Rating für die Aktien der Deutschen Bank und der Dresdner Bank AG auf "neutral" herabgestuft. Allerdings hoben die Londoner Experten das langfristige Rating für beide Titel nach einem Analystentreffen auf "Kaufen" an. Bei der Fusion gebe es zunächst zu viele Unsicherheiten, erläuterten die Experten.

Zu viele Werte wurden den Angaben zufolge an die Allianz abgegeben. Die Versicherung werde die Nummer Eins der deutschen Fondsgesellschaften, DWS, sowie einen der italienischen Fonds-Markennamen bis zum Ende des Jahres 2001 für schätzungsweise vier Milliarden Euro übernehmen.

Unklar sei, wie die Reduzierung von 16.000 Stellen vonstatten gehe. Die Rückstellungen in Höhe von drei Milliarden Euro und die Tatsache, dass weder die finanziellen Details noch bis Ende 2000 das Fusionsverhältnis feststehe, trage zu der mittelfristigen Abstufung bei. Bemängelt wurde auch das Fehlen von nach Sparten aufgeschlüsselten Pro-Forma-Zielen, dies trage nicht unbedingt zur Transparenz des Unternehmens bei.

Die neue Gruppe sei für Überraschungen gut, da die Deutsche Bank die erheblich ertragsschwächere und bezüglich der Technologie zurückhinkende Dresdner wohl auf Effizienz trimmen werde. Auch werde die größere Gruppe die B2B-Produkte der Deutschen Bank schneller am Markt umsetzen können. Die Gewinnsituation verbessere sich ferner durch den Börsengang des Filialgeschäftes.

Warburg Dillon Read (WDR) hat die Aktien der Deutschen Bank und der Dresdner Bank sogar auf "reduce" abgestuft. Zuvor hatte das Investmenthaus nach eigener Auskunft empfohlen, die Aktien der Deutschen Bank zu kaufen und die der Dresdner Bank zu halten. "Nach der Fusion dürften die Ertragsausfälle in den Sparten Investment- und Wholesale-Banking groß sein", erläuterte der zuständige Analyst Daniel Gresch.

Man dürfe nicht vergessen, dass die meisten deutschen Kunden aus dem Mittelstand ihre Konten entweder bei der Deutschen oder der Dresdner Bank führten, sagte Gresch. Das bedeute, dass sich rund 40 Prozent der Kunden eine neue Hausbank suchen muss.

Gresch bemängelte zudem die Ausführung der Fusion. Es gebe keine Pläne, wie die neue Bank die ersten 100 Tage über die Bühne bringen will, sagte der Analyst.