Sparkassen Online-Broker soll schnell starten

Nach langwieriger Planung wollen nun auch die Sparkassen mit einem Online-Broker starten. Der sei gegenüber den Filialen "gleichberechtigt", betont Verbandschef Hoppenstedt. Das sei aber keine Drohung an die Mitarbeiter in den Filialen.

Frankfurt - "Wir werden in wenigen Tagen unseren Gremien vorschlagen, einen zentralen Online-Broker der Sparkassenorganisation einzurichten", sagte Dieter H. Hoppenstedt, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), am Montag in Frankfurt anlässlich der Pressekonferenz zur Geschäftsentwicklung 1999.

Multikanalstrategie

Das Strategieprojekt 1999 "Elektronische Vertriebswege" soll bis Ende März 2000 entscheidungsreif sein. "Unsere Ausgangslage ist die des Marktführers im Privatkundengeschäft. Wir verfolgen eine Multikanalstrategie, d.h. Kombination von Geschäftsstelle und Online-Banking auf völlig gleichberechtigter Basis."

"Deshalb sind für uns die mehr als 282.000 Mitarbeiter und die 18.782 Filialen kein Ballast, sondern wichtiges 'Asset', um nah bei den Kunden zu sein, die wir auch für online-Produkte gewinnen wollen. Die meisten Kunden wollen beides, Geschäftsstelle und Online-Angebot."

"Für den ganz normalen Kunden"

Das DSGV-Angebot hat hier drei Felder: Online-Brokerage, Online-Baufinanzierung und Online-Versicherungsangebote.

Beim Online-Brokerage soll - über den "Day-Trader" und den "Börsenfreak" hinaus - vor allem der "ganz normale" Kunde angesprochen werden, deshalb über die technische Abwicklung des Wertpapiergeschäftes über Internet "allgemein verständliche Informationen über Aktien und Geldanlagen" setzen.

Brokerage vor allem mit Deka-Fonds

Beim Online-Brokerage setzt die Sparkassenorganisation vor allem auf das Angebot der Deka-Investmentfonds-Gruppe mit über drei Millionen Kunden; die Deka selbst werde Ende Juli 2000 online sein. "Hier haben wir ein gewaltiges Potenzial: Wenn wir es jetzt einsetzen, werden wir aus dem Stand in Größenordnungen vordringen, die auch für erfolgreiche Mitbewerber nicht erreichbar sine", so Hoppenstedt mit dem Hinweis auf über 196.000 Online-Kunden bei Consors und 226.000 bei comdirect sowie 130.000 bei DAB und 125.000 bei Deutsche Bank 24.

Inklusive dem Bausparen und Versicherungsbereich geht der DSGV-Präsident von Investitionen von rund 870 Millionen Mark für den gesamten Internet-Auftritt aus; Hoppenstedt rechnet hier mit einer breiten Zustimmung in der Oranisation. Mit AOL habe man zudem eine "weitgehende Kooperation" vereinbart mit dem Ziel, gemeinsame Kundenpotenziale zu erschließen.