SGL Carbon Umsatz und Ergebnis sollen zulegen

Die Graphithersteller will nach den Sonderbelastungen der vergangenen Jahre endlich in Gang kommen. Umsatz und Gewinn sollen zulegen, wenn mit der Erholung der Stahl- und Halbleiterindustrie auch die Nachfrage anzieht.

Frankfurt - 2000 werden sich Umsatz und Ergebnis dank bei einer sich generell belebenden Nachfrage, einem guten Auftragsbestand und weiterer Maßnahmen zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung deutlich verbessern, betonte der Vorstandsvorsitzende Robert Koehler auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 1999 sind die Finanzschulden abzüglich flüssiger Mittel im Konzern aufgrund der Sonderbelastungen auf 710 (362) Millionen Mark gestiegen. Der Verschuldungsgrad lag dementsprechend mit 1,3 über dem des Vorjahres von 0,6.

Im Geschäftsfeld Carbon und Graphit (CG) rechnet Koehler im Jahr 2000 mit einem überproportional zum Umsatz ansteigenden Ergebnis. Mit der Konjunkturerholung in der Stahlindustrie sollte die Nachfrage nach Graphitelektroden weltweit anziehen. Profitieren, so Koehler, werde der Bereich aber auch von den niedrigeren Energiekosten und von den Erfolgen des Restrukturierungsprogramms.

Positive Impulse dürften darüber hinaus von den angekündigten Preiserhöhungen für Graphitelektroden in Europa kommen.

Auch im Geschäftsfeld Spezialgraphit (SG) erwartet SGL Carbon im laufenden Jahr eine Geschäftsbelebung und ein deutlich höheres Ergebnis. Auch hier vermerkt Koehler eine konjunkturelle Erholung in der Halbleiterindustrie, eine höhere Kapazitätsauslastung, Kosteneinsparungen aus den Rationalisierungsmaßnahmen des Jahres 1999 sowie selektiven Preiserhöhungen.

Das bisherige Geschäftsfeld Technik sei zum 1. Januar 2000 in die beiden globalen Geschäftsfelder Korrosionsschutz (CP) und Fasern und Composites (FC) aufgesplittet worden. Die bisherigen Korrosionsschutz-Aktivitäten von SGL Carbon seien mit dem Geschäft der zum 1. Januar 2000 erworbenen KCH zum neuen Geschäftsfeld CP zusammengeführt worden.

Wegen Einmalkosten für die Erschließung von Synergien und für Portfoliobereinigungen sowie für die Integration der KHC werde CP im Jahr 2000 aber noch keinen wesentlichen Ergebnisbeitrag liefern können, sagt der Vorstandsvorsitzende. Für die Folgejahre rechnet er in diesem Bereich mit Umsatzrenditen zwischen zehn und 15 Prozent.

Für das Geschäftfeld FC prognostiziert SGL Carbon für 2000 einen Umsatz von rund 260 Millionen Mark. Darin enthalten sei das Geschäft der Innovations- und Wachstumsbereiche, wie die Materialien für die Brennstoffzellen und Bremsscheiben. Gerade die Brennstoffzellen-Technik hatte in den vergangenen Wochen für Phantasie bei den Analysten gesorgt.

Der Aufbau dieses Geschäfts sowie Anlaufkosten einer neuen Carbonfaser-Anlage in Schottland belasteten jedoch das operative Geschäft des Bereichs im Jahr 2000, sagte Koehler.