Fiat Allianz mit General Motors

Nicht DaimlerChrysler, sondern General Motors wird der lang erwartete Partner der grössten Industriekonzerns Italiens. Fiat-Chef Agnelli wird per Aktientausch in die Allianz eintreten.

Detroit / Turin - Der grösste Autoproduzent der Welt General Motors will mit dem grössten italienischen Industriekonzern Fiat eine Allianz eingehen. Darin enthalten ist eine Überkreuz-Beteiligung per Aktientausch. Der Handel mit Fiat-Papieren wurde an der Börse in Mailand am Vormittag ausgesetzt.

GM werde sich mit 20 Prozent an der Fiat Auto SpA beteiligen - ein Aktienkauf im Wert von 4,8 Trillionen Lire oder 2,4 Milliarden Dollar. Im Gegenzug werde Fiat fünf Prozent an GM erhalten. Dieses Paket hat nach den Schlusskursen vom Freitag den gleichen Wert.

General Motors und Fiat haben für heute nachmittag eine gemeinsame Pressekonferenz angekündigt. Jeder Schritt von Fiat muss von der Familie Agnelli genehmigt werden, die 34 Prozent an dem Unternehmen hält.

Die Partnerschaft soll sich zunächst auf Motoren und Motoren-Teile erstrecken und zu gemeinsamen Investments in Europa führen. Zudem soll sich Fiat am Online-Netzwerk von General Motors beteiligen, berichtet das italienische Blatt "Il Sole/24 Ore" ohne nähere Quellenangabe.

Spekulationen über das Schicksal von Fiat, weltweit die Nummer sieben unter den Autoproduzenten, gibt es schon lange. Analysten gehen seit Monaten davon aus, dass sich die Italiener mit einem starken internationalen Partner zusammen tun wollen. Als heisser Kandidat gehandelt wurde vor allem DaimlerChrysler - die Stuttgarter könnten mit Fiat die benötigte Kleinwagen-Sparte aufbauen.