Deutscher Außenhandel Export sichert Wirtschaftserholung

Weil die deutschen Exporte im Februar stärker zugelegt haben als die Einfuhren, hat Deutschlands Außenhandel die Wirtschaftslage hierzulande weiter stabilisiert. Der Überschuss summierte sich auf rund zwölf Milliarden Euro. Verbesserte Wirtschaftslagen verzeichnen auch die Industrie und der Mittelstand.

Wiesbaden - Der deutsche Außenhandel hat im Februar ein deutliches Plus verbucht. Die Ausfuhren stiegen gegenüber dem Februar 2009 um 9,6 Prozent und die Einfuhren um 4,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag unter Berufung auf vorläufige Zahlen mitteilte. Das war der kräftigste Zuwachs seit acht Monaten. "Es deutet einiges darauf hin, dass die Exporte eine Triebfeder des deutschen Aufschwungs sein werden", sagte Citigroup-Analyst Jürgen Michels.

Gegenüber dem Januar dieses Jahres war dies ein kalender- und saisonbereinigtes Plus von 5,1 Prozent bei den Ausfuhren und 0,2 Prozent bei den Einfuhren. Der Wert der deutschen Exporte lag bei 70 Milliarden Euro, der Wert der Einfuhren bei 57,3 Milliarden. "Die Außenhandelsbilanz schloss im Februar 2010 mit einem Überschuss von 12,6 Milliarden Euro ab", bilanzierten die Statistiker.

Ebenfalls zulegen konnten die Industrieumsätze im Februar. Verglichen mit dem entsprechenden Vorjahresmonat erlösten die Unternehmen hierzulande ein Plus in Höhe von 8,6 Prozent - wenn auch mit nachlassender Dynamik: Gemessen am Januar 2010 stagnierten die Umsätze, das Erholungstempo nahm nicht mehr zu. Auch der Anstieg gegenüber dem Vorjahr sollte nicht überschätzt werden, warnen Statistiker. Die Branche hatte im Vorjahr auch einen kräftigen Absturz um mehr als 20 Prozent verkraften müssen.

Im Januar waren die Umsätze des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland mit einem Plus von 4,8 Prozent im Jahresvergleich zum ersten Mal seit Ausbruch der Finanzkrise wieder angestiegen.

Auch der deutsche Mittelstand scheint sich langsam aus der Krise zu arbeiten. In einer Umfrage des Finanzdienstleisters Creditreform unter mehr als 4100 kleinen und mittelgroßen Unternehmen in Deutschland gaben 34,3 Prozent an, mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden zu sein. Gegenüber dem Vorjahr hat sich dieser Anteil damit leicht um 1,3 Prozentpunkte erhöht. Die Noten mangelhaft oder ungenügend werden seltener vergeben als 2009. Allerdings sind noch immer 10,8 Prozent der Unternehmen mit der Geschäftslage unzufrieden.

"Es ist vor allem der Außenhandel, von dem wir in den nächsten Monaten einen Schub erwarten können. Das zeigen auch die Umfrageergebnisse der Unternehmen, die sehr optimistisch sind, und die Auftragseingänge. Da wird in den nächsten Monaten noch einiges kommen", kommentierte Commerzbank-Analyst Simon Junker die neuesten Exportzahlen.

manager magazin mit Material von apd, dpa-afx und reuters

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