Ölpreis Zockerei kostet Autofahrer 136 Euro im Jahr

Wetten auf steigende Ölpreise belasten die deutschen Autofahrer laut einer Studie erheblich. Spekulationen verteuern jeden Liter Kraftstoff demnach um 14 Cent. Allein in Deutschland entstehen jährliche Mehrkosten von fünf Milliarden Euro.

Berlin - Spekulationen von Finanzinvestoren auf den Ölpreis machen Benzin und Diesel für Autofahrer und die Wirtschaft einer Studie zufolge deutlich teurer. Derzeit wetteten viele Spekulanten auf einen steigenden Ölpreis wodurch der Liter Kraftstoff für Verbraucher an der Zapfsäule 14 Cent teurer sei als er eigentlich sein müsste, wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung der Analyse- und Beratungsgesellschaft Energy Comment im Auftrag der Grünen im Bundestag hervorgeht.

Aufs Jahr gerechnet entstünden Autofahrern so pro Pkw bei einer Fahrleistung von 13.000 Kilometern Mehrkosten von 136 Euro bei einem Verbrauch von 7,5 Litern auf 100 Kilometern. Eine Tankfüllung mit 50 Litern sei um rund sieben Euro künstlich überteuert.

Durch kurz- und langfristige Wetten enthalte der Ölpreis pro Fass (159 Liter) derzeit eine "Spekulationsprämie" in Höhe von 35 Prozent oder umgerechnet rund 30 US-Dollar, erklärte Energy Comment. Ein Fass kostet derzeit 85 Dollar, womit sich der Preis seit Anfang 2009 von damals 40 Dollar bis heute nahezu verdoppelte.

Durch starke Nachfrage sei der hohe Ölpreis derzeit aber nicht zu erklären. An den Weltmärkten bestehe ein Überangebot, die Lager quellen über, wie Energy Comment mitteilte. Dies zeige, dass sich der Rohölmarkt in den vergangenen Jahren zu "einer Mischung aus Rohstoffmarkt und Finanzmarkt" entwickelt habe.

Durch die Spekulationen entstehen laut Studie in Deutschland jährlich Mehrkosten von insgesamt fünf Milliarden Euro. Weltweit fielen im Straßenverkehr Zusatzkosten von 267 Milliarden Euro an. Die Mineralölkonzerne stehen in Deutschland seit Tagen in der Kritik, nachdem zu Ostern die Spritpreise wieder deutlich gestiegen waren. Autoclubs und Verbraucherschützer kritisieren die Branche immer wieder, weil regelmäßig zu Reisewellen die Kraftstoffpreise anziehen.

manager magazin mit Material von afp

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