Teuerung Spritpreise treiben Inflation an

Erstmals seit Monaten ist die Inflation wieder über die Marke von einem Prozent gestiegen. Vor allem die hohen Preise für Sprit und Heizöl beschleunigten den Auftrieb.

Wiesbaden - Die gestiegenen Preise für Sprit und Heizöl haben die Inflation im März erstmals seit Monaten wieder über die Marke von einem Prozent getrieben. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat voraussichtlich um 1,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte.

Damit habe die Inflationsrate erstmals seit Februar 2009 wieder über der Ein-Prozent-Marke gelegen. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Preise demnach um 0,5 Prozent.

Grund für die im Vergleich zu den Vormonaten hohe Inflationsrate waren die "kräftigen Preissteigerungen" bei Kraftstoffen und Heizöl im März, wie die Statistiker erklärten. Gegenüber Februar erhöhten sich die Kraftstoffpreise je nach Bundesland um 3,8 bis 7,7 Prozent, die Heizölpreise sogar um bis zu 8,8 Prozent. Im Vergleich um März des vergangenen Jahres sprangen die Preise für Kraftstoffe demnach um bis zu 21 Prozent, die für Heizöl um bis zu 35 Prozent.

Die Preise für Nahrungsmittel stiegen dagegen laut Statistik nur gering an - im Vergleich zum Februar um bis zu 1,1 Prozent, im Vergleich zum März 2009 um bis zu 1,1 Prozent. Teilweise wurden sie im Vorjahresvergleich sogar billiger.

Der Benzinpreis in Deutschland liegt momentan nach ADAC-Angaben im Schnitt bei 1,43 Euro und für Diesel bei 1,21 Euro je Liter. Bei Super ist es der höchste Stand seit September 2008. Im vergangenen Jahr kostete der Liter Super im Jahresdurchschnitt rund 1,28 Euro, Diesel 1,08 Euro. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) warnte die Mineralölkonzerne am Montag in der "Bild"-Zeitung, vor den Feiertagen den Bogen zu überspannen: "Ob das mit rechten Dingen zugeht, untersucht ja gerade das Kartellamt."

Analysten der Commerzbank rechnen für das Gesamtjahr mit einer Inflationsrate von 0,9 Prozent. Während die Preise für Energie und Nahrungsmittel weiter anziehen dürften, werde die sogenannte Kernrate sinken: "Die moderate Lohnentwicklung, fallende Lohnstückkosten und die anhaltende Unterauslastung der Produktionskapazitäten sprechen dafür, dass die Unternehmen die Preise kaum anheben werden."

Trotz der anziehenden Verbraucherpreise im März liegen die Werte weiterhin weit unter der Warnschwelle der Europäischen Zentralbank (EZB), die bei Inflationsraten von knapp unter 2,0 Prozent Preisstabilität gewahrt sieht. Damit bleibt der EZB aus Sicht der Commerzbank genügend Spielraum, die Zinsen noch für längere Zeit auf ihrem aktuellen Rekordtief von 1,0 Prozent zu halten: "Wir erwarten die erste Zinserhöhung nicht vor Frühjahr 2011."

manager magazin mit Material von reuters und dpa

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