Samstag, 7. Dezember 2019

Bert Rürup "BASF für meine Schwiegermutter"

Bert Rürup peilt bei seiner privaten Geldanlage eine nachhaltige Rendite von jährlich 3 Prozent an - nach Steuern und Kosten natürlich. Im Gespräch mit manager magazin sagt der ehemalige Wirtschaftsweise, mit welchen Investments er richtig lag, und bei welchen er bluten musste.

mm: Herr Professor Rürup, was ist heute die größte Chance für Investoren?

Ex-Wirtschaftsweiser Rürup: "Für mich ist es unverständlich, dass die unzweifelhaft exorbitante Verschuldung Griechenlands zu einem Druck auf den Euro führt "
Rürup: Da der wirtschaftliche Aufschwung von Ländern wie Brasilien, Indien und China und die damit verbundene Verschiebung der weltwirtschaftlichen Gravitationszentren anhalten wird, sehe ich mittel- und langfristig große Chancen für Aktienanlagen in den sich dort entwickelten Märkten und Unternehmen. Ferner glaube ich, dass der Rohstoffbereich nachhaltig gute Investitionschancen bietet.

mm: Wo lauert heute die größte Gefahr?

Rürup: Ein sehr großes Risiko sehe ich in einer irrationalen Überreaktion der Kapitalmärkte auf vermeintlich drohende Staatsbankrotte. Das Bruttoinlandsprodukt Griechenlands ist kaum größer als das des Landes Hessen. Für mich ist es deshalb unverständlich, dass die unzweifelhaft exorbitante Verschuldung dieses Staates zu einem Druck auf den Euro Börsen-Chart zeigen führt.

mm: Nach welchem Motto investieren Sie?

Rürup: Safety first - nachhaltige Performance 3 Prozent pro Jahr nach Steuern und Kosten.

mm: Ihr Depot-Mix für eine Million Euro (Annahme: die Million kommt zu einem bereits angelegten Vermögen)?

Rürup: Da die Million zusätzlich ist: Ein Drittel in kurzfristig verfügbare Mittel, ein Drittel sichere Staatsanleihen und Unternehmensanleihen, ein Drittel Aktien davon die Hälfte in Dividenden-Papiere.

mm: Was ist Ihr derzeit profitabelstes Investment?

Rürup: Meine Anlagen in Unternehmensanleihen sind durchweg sehr gut gelaufen. Ein Beispiel: Thyssen-Krupp-Anleihe (8-Prozent-Coupon) gekauft zu 102 im Juni 2009, vor kurzem verkauft zu 112. Den raschen Anstieg des Dax Börsen-Chart zeigen in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres von 3600 Punkten im Februar 2009 auf 5400 im August 2009 habe ich nicht erwartet und daher weitgehend verpasst.

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