Steigende Einnahmen Einmalzahlungen beleben Versicherer

Die deutschen Versicherer haben dank starker Geschäfte mit Lebensversicherungen die eigenen Erwartungen für 2009 übertroffen. Die Beitragseinnahmen kletterten auf 171 Milliarden Euro - dank eines Schubs im Geschäft mit Einmalbeiträgen. Der Branchenverband erwartet stabile Prämien für 2010.

Berlin - Die Beitragseinnahmen kletterten um 4,1 Prozent auf 171,3 Milliarden Euro, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilte. In der Finanzkrise habe sich die Branche "sehr zufriedenstellend geschlagen", sagte GDV-Präsident Rolf-Peter Hoenen. Im November hatte er nur ein plus drei Prozent veranschlagt.

Der Jahresendspurt hat den Optimismus der Branche gestärkt: "Ich erwarte für die Versicherungswirtschaft im laufenden Jahr stabile, wenn nicht sogar leicht wachsende Beitragseinnahmen." Zuletzt hatte Hoenen für 2010 noch den ersten Einnahmerückgang seit Jahrzehnten vorausgesagt.

Die Branche profitierte im vergangenen Jahr von der starken Nachfrage nach Policen mit Einmalbeiträgen. Diese wurden in der Finanzkrise als sichere, meist kurzfristige Geldanlage - etwa für auslaufende Lebensversicherungen - genutzt.

Während die Einmalbeiträge um rund 60 Prozent nach oben schossen, schrumpfte das traditionelle Geschäft mit Lebens- und Rentenversicherungen um etwa 3,3 Prozent. Insgesamt kletterten die Beiträge in der Lebensversicherung um 7,1 Prozent auf 85,2 Milliarden Euro.

Sorgen in der Schaden- und Unfallversicherung

Die Zahl der neu geschlossenen Verträge sank allerdings um mehr als acht Prozent auf 6,4 Millionen. Für das laufende Jahr rechnet der GDV hier mit stabilen Beiträgen, nachdem er zuletzt noch ein Minus von drei Prozent prognostiziert hatte.

Sorgen macht der Branche die Schaden- und Unfallversicherung. Der anhaltende Wettbewerbsdruck und die auslaufende Abwrackprämie belasteten 2009 das Geschäft der Auto-Versicherer. Die Beiträge in der Kfz-Versicherung fielen um 1,5 Prozent und damit das fünfte Jahr in Folge.

Hoenen sieht hier allerdings erste Anzeichen für eine Trendwende in der Prämienentwicklung. Die gesamte Schaden- und Unfallversicherung hielt ihre Beiträge 2009 stabil. Weil zugleich die Schäden um 1,3 Prozent stiegen, sank der versicherungstechnische Gewinn um eine Milliarde Euro auf 1,7 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr rechnet der GDV in dieser Sparte mit stabilen oder leicht sinkenden Beiträgen.

Die Wirtschaftskrise spürten die Versicherer vor allem in der Rechtsschutz- und Kreditversicherung. Die Schäden in der Kreditversicherung kletterten um ein Viertel auf 1,2 Milliarden Euro, während die Prämien auf 1,4 Milliarden Euro zurückgingen. Dem GDV gehören unter anderem Branchengrößen wie Allianz  und Ergo  an.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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