Lanxess Heitmann sieht Ende der Durststrecke

Die Krise in der Autoindustrie hat dem Chemiekonzern Lanxess 2009 kräftig das Geschäft vermiest. Das vierte Quartal stimmt Firmenchef Axel Heitmann jedoch zuversichtlich. In diesem Jahr will er wieder angreifen.

Köln - Dramatische Nachfragerückgänge haben den Gewinn des Spezialchemiekonzerns Lanxess  im vergangenen Jahr einbrechen lassen. Der Nettogewinn schrumpfte gegenüber dem Vorjahr um mehr als 140 Millionen auf 40 Millionen Euro, teilte der Konzern am Mittwoch in Köln mit.

Der Umsatz verringerte sich um gut 23 Prozent auf fünf Milliarden Euro. Bei der Bilanzvorlage begründete Vorstandschef Axel Heitmann die Entwicklung mit dem krisenbedingten Ausfall der Nachfrage unter anderem bei Auto- und Reifenherstellern sowie in der Bauindustrie.

Dennoch zeigte sich das im M-Dax notierte Unternehmen für 2010 optimistisch. Die Ergebnisse aus dem vierten Quartale 2009 und der Start ins neue Geschäftsjahr stimmten zuversichtlich, betonte der Vorstandschef. Dabei verwies er auf die hohe Nachfrage aus den Regionen Asien und Pazifik, vor allem im Kautschukbereich. Besonders wachstumsstark seien Geschäfte in China, Korea und Indien gewesen.

Die allmähliche Erholung verlaufe regional aber sehr unterschiedlich. So bestünden in Nordamerika und Europa weiterhin Unsicherheiten. Für 2010 erwartet Lanxess ein deutlich verbessertes Ergebnis gegenüber dem Vorjahr.

Ein drastisches Sparprogramm, welches im Jahr 2009 begonnen wurde, soll dafür sorgen, dass sich der Hersteller von Feinchemikalien in diesem Jahr von dem Konjunktureinbruch erholt. So erwartet Heitmann in diesem Jahr Einsparungen in Höhe von 140 Millionen Euro und bis zum Jahr 2012 von insgesamt 360 Millionen Euro. Weltweit seien davon besonders der Personal- und Technikbereich betroffen. So konnten, beispielsweise durch Entgeltverzichte von Mitarbeitern, im Jahr zuvor 170 Millionen Euro eingespart werden.

Der Spezialchemiekonzern Lanxess ist im Jahr 2004 aus einer Unternehmenssparte von Bayer  hervorgegangen und produziert Kunststoffe, Plastik und Kautschuke. Weltweit beschäftigt das Unternehmen mehr als 14.300 Menschen, davon rund 7600 in Deutschland.

manager magazin mit Material von dpa

Mehr lesen über