Zu wenig Neubauten "Katastrophale Wohnungslücke"

In weiten Teilen Deutschlands werden nach Angaben von Immobilienwirtschaft und Mieterbund zu wenige neue Wohnungen gebaut. Deshalb könnten Preise und Mieten vielerorts drastisch steigen.

Berlin - Bau- und Immobilienwirtschaft sowie Mieterbund und Baugewerkschaft haben die Politik vor einer katastrophalen Wohnungslücke in Deutschland gewarnt. Wenn die Politik hier nicht endlich mit gezielten Anreizen einschreite, werde sich bis 2025 eine Wohnungsbaulücke von jährlich 360.000 Wohnungen aufbauen, erklärten die Verbände.

Darin enthalten sei der notwendige Ersatz von rund 160.000 alten Wohnungen, die nicht mehr sanierungsfähig seien, berichtete der Präsident des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen, Walter Rasch, am Mittwoch. Der Staat müsse endlich mit Steuererleichterungen und Verbesserungen an KfW- Förderprogrammen handeln. Zur Zeit werden laut Mieterbund jährlich nur noch 175.000 Wohnungen neu gebaut.

Einer jetzt veröffentlichten Studie der Prognos AG zufolge wären 2025 rund die Hälfte der Regionen Deutschlands von der Wohnungsbaulücke betroffen, wenn nichts getan werde. Zu den am stärksten betroffenen Regionen gehörten die Länder Niedersachsen, Hessen und Berlin.

Insbesondere Einpersonen-Haushalte und Rentner seien bei steigendem Trend unterdurchschnittlicher Einkommen dann "die Verlierer eines historischen Tiefstands im Wohnungsbau", berichtete Prognos-Experte Michael Böhmer. Als Folgen des Wohnungsmangel nennt das Institut steigende Preise und sinkenden Wohnkomfort von Mietern und Eigentümern.

manager magazin mit Material von dpa