Rheinmetall Rüstungsgeschäfte retten die Bilanz

Das weltweite Geschäft mit Waffen und Munition wird für den Rheinmetall-Konzern immer mehr zum Gewinnbringer. 2009 reichte es zu einem kleinen Betriebsgewinn, obwohl die Autozuliefersparte hohe Verluste einfuhr. Dort zeigt immerhin der Sparkurs Erfolg.

Düsseldorf - Durch die Zuwächse in der Rüstungssparte konnte das Traditionsunternehmen 2009 Verluste beim schwachen Absatz von Kolben und weiteren Autoteilen dämpfen und noch einen kleinen Betriebsgewinn ausweisen. Zwar lag das am Mittwoch in Düsseldorf veröffentlichte vorläufige Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) mit 15 Millionen Euro weit unter den 2008 erzielten 246 Millionen Euro. Im Geschäft mit Autoteilen zeigt der Sparkurs von Rheinmetall  aber inzwischen Wirkung.

Die Rüstungssparte, die Konzernchef Klaus Eberhardt mit Zukäufen sowie mit Kooperationen wie mit dem Lastwagen-Bauer MAN gestärkt hatte, steigert 2009 ihr Ebit auf 215 (Vorjahr: 194) Millionen Euro. Die Erlöse kletterten um 5 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro.

Rheinmetall hatte mehrere Order von der Bundeswehr an Land gezogen, darunter ein Milliardenauftrag für den mit Krauss-Maffei Wegmann produzierten Schützenpanzer "Puma". Wegen der Einbrüche im Autoteilegeschäft fielen die Erlöse im Gesamtkonzern um 12 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. Unter dem Strich erwartet Rheinmetall für 2009 einen Verlust.

Nach drei tiefroten Quartalen schrieb der Konzern in der Automotive-Sparte im vierten Quartal mit einem operativen Ebit von 16 Millionen Euro erstmals wieder schwarze Zahlen. Der Markt erhole sich schrittweise, erläuterte Rheinmetall. Die Flaute in der Automobilindustrie hatte auch anderen Zulieferern wie Weltmarktführer Bosch die Bilanz verhagelt. Trotz nochmal gestiegener Restrukturierungskosten sei das vierte Quartal besser ausgefallen als erwartet, hieß es in einem Marktkommentar der DZ Bank. Die im Nebenwerteindex MDax  notierte Rheinmetall-Aktie legte zeitweise mehr als 2 Prozent zu.

Vorstandschef Eberhardt hatte dem personalintensiven Autoteile-Geschäft ein rigides Sparprogramm verpasst und vom Sommer 2008 bis Herbst 2009 rund 2000 Stellen gestrichen. Standorte in Hamburg, den USA und Mexiko wurden geschlossen. Den Abbau von weiteren 1000 Stellen will Rheinmetall im ersten Halbjahr abschließen. Danach wird das Unternehmen in beiden Sparten jeweils rund 9500 Mitarbeiter beschäftigen.

manager magazin mit Material von reuters