Dienstag, 21. Mai 2019

Konferenz Finanzinvestoren wettern gegen Regulierung

Die Beteiligungsbranche wehrt sich gegen eine schärfere staatliche Regulierung nach der Finanzkrise. Es bestehe die Gefahr "über-populistischer Maßnahmen", die Branche reguliere sich schon jetzt zu einem hohen Grad selbst.

Berlin - "Wir haben bereits einen hohen Grad an Selbstregulierung und Professionalität", betonte Andreas Fendel, Gründungspartner des Finanzinvestors Quadriga Capital, am Montag vor Beginn der Branchenkonferenz "SuperReturn" in Berlin.

Finanzinvestoren, auch als Heuschrecken verschrien, fühlen sich von der Regierung gegängelt
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Finanzinvestoren, auch als Heuschrecken verschrien, fühlen sich von der Regierung gegängelt
Die Private-Equity-Häuser hätten es offenkundig versäumt, ihre Aufgabe und ihre Reputation als Firmeneigentümer deutlich zu machen, räumte er ein. Sonst würden in den Vorschlägen für neue Regeln nicht Beteiligungsfirmen und Hedgefonds als eine Investmentklasse bezeichnet. "Das wäre so, als wenn man einen Riesling und eine Chili in einen Topf werfen würde und darauf hofft, dass eine gute Sauce herauskommt."

Weltweit arbeiten Regierungen an neuen Vorschriften für die auf spekulative Geschäfte fokussierten Hedgefonds und die Beteiligungshäuser, die kreditfinanzierte Übernahmen von Firmen anpeilen. Dabei geht es auch in der Europäischen Union um härtere Steuer- und Transparenzvorgaben, die nach Ansicht von Private-Equity-Managern die Investitionsmöglichkeiten einschränken könnten.

Hintergrund der Maßnahmen: Die kurzfristige Anlagepolitik vieler Hedgefonds ist Experten zufolge eine der Ursachen für die Blasen an den Märkten, die zu der jüngsten Krise geführt hat. Auch die Private-Equity-Firmen stehen in der Kritik, weil deren hoch verschuldete Unternehmen in der Rezession in Nöte gerieten.

Thomas Pütter, Chairman der Allianz-Beteiligungstochter Allianz Capital Partners, spricht angesichts der erwarteten Regelverschärfung von einem Wendepunkt für die Branche. "Abhängig vom Zyklus einzelner Wahlen besteht die Gefahr über-populistischer Maßnahmen", warnte Pütter in Berlin.

"Aber machen wir uns nichts vor: Neue Regeln werden kommen." Die meisten Finanzinvestoren sind im angelsächsischen Raum angesiedelt und nicht in Deutschland. Dies liegt daran, dass Pensionsfonds als eine der wichtigsten Geldgeber hierzulande wegen des staatlichen Rentensystems keine große Rolle spielen.

manager magazin mit Material von reuters

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