Mittwoch, 17. Juli 2019

Sorgen um Staatsschulden Griechenland, dann Spanien, Portugal ...

Das Thema Staatsverschuldung versetzt europaweit die Finanzmärkte mehr und mehr in Unruhe. Neben Griechenland und Portugal treibt vor allem auch Spanien Sorgenfalten auf die Stirn der Fachleute. Und als nächstes kommen schon Irland und Italien ins Gespräch.

Hamburg - Die Regierung Spaniens hat angesichts der Unruhe auf den Märkten um Vertrauen in die Fähigkeit des Landes geworben, die hohe Staatsverschuldung zu überwinden. "Wir werden nicht zulassen, dass die Glaubwürdigkeit, die Stärke und das Potenzial der spanischen Wirtschaft in Zweifel gezogen werden", sagte Vizeregierungschefin María Teresa Fernández de la Vega am Freitag in Madrid.

Auf Talfahrt: An Spaniens Börse rutschen die Kurse ab
"Wir haben einen Plan und geben das Ruder nicht aus der Hand", fügte sie mit Blick auf das vergangene Woche beschlossene 50-Milliarden-Euro-Sparprogramm hinzu. Die Kursstürze an der Madrider Börse führte sie auf Spekulanten zurück.

Fernández de la Vega wies zudem die Aussage des EU-Währungskommissars Joaquín Almunia zurück, die Situation Spaniens sei mit der Griechenlands vergleichbar. Auch der Präsident von Spaniens größter Bank, Emilio Botín, hatte solche Parallelen als unzutreffend bezeichnet. "Spanien mit Griechenland zu vergleichen ist so, als würde man Real Madrid mit dem (Fußball-Drittligisten) CD Alcoyano vergleichen", sagte der Chef der Santander-Bank. Spanien mache zwar schwierige Zeiten durch, sei aber stark und solide.

Das Land hat es aber immer noch nicht geschafft, aus der Rezession zu kommen. Im vierten Quartal 2009 schrumpfte die Wirtschaft um weitere 0,1 Prozent, wie die Bank von Spanien in Madrid mitteilte. Im gesamten Jahr ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) demnach um 3,6 Prozent zurück.

Spaniens Wirtschaftskrise und die Schuldenmisere des Landes drückten derweil weiter auf die Aktienkurse. An der Madrider Börse fielen die Aktien am Freitag zeitweise um bis zu 2,5 Prozent. Am Donnerstag hatte es einen Kurssturz von rund 5,9 Prozent gegeben - das war der stärkste Rückgang seit November 2008.

Ähnlich wie Spanien hat die "griechische Krankheit" jetzt auch Portugal offenbar voll erwischt. Trotz seiner geringen Größe hält das ärmste Land Westeuropas aufgrund der zunehmenden Verschuldung inmitten einer schlimmen Wirtschaftskrise Investoren und Politiker auch im Ausland zunehmend in Atem. Schon in den ersten Stunden des Freitagshandels verlor der Börsenindex PSI-20 um die 3 Prozent, nachdem er bereits am Vortag um 4,98 Prozent abgesackt war.

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