Weltbörsen Deutsche Konzerne verlieren an Gewicht

Im Konzert der Weltkonzerne spielen die deutschen Unternehmen keine allzu große Rolle mehr - jedenfalls, wenn es nach dem Börsenwert geht. Nur noch vier deutsche Aktiengesellschaften zählen zu den 100 teuersten Firmen der Welt, fand Ernst & Young heraus. Ganz vorn dabei: Siemens, auf Platz 61.

Frankfurt am Main - Unter den Schwergewichten an den Weltbörsen gibt es derzeit deutlich weniger deutsche Unternehmen als in der Vergangenheit. Ende vergangenen Jahres gehörten nur noch vier deutsche Konzerne zur Liste der 100 teuersten Unternehmen der Welt, wie die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte. Vor einem Jahr standen noch acht deutsche Firmen in den Top 100.

Deutschland fiel damit im Länderranking vom zweiten auf den sechsten Platz hinter den USA, China, Großbritannien, Frankreich und Japan.

Die Mehrzahl der deutschen Topkonzerne gewann zwar nach der Analyse von Ernst & Young an Wert. Allerdings sei die Erholung der Aktienmärkte in anderen Ländern, vor allem in den Schwellenländern, stärker gewesen, so dass die meisten deutschen Unternehmen in der Rangliste abgerutscht seien. Die teuersten Unternehmen aus Deutschland waren Siemens  und Eon  auf den Plätzen 61 und 62. Ebenfalls in die Top 100 schafften es Bayer  und die Deutsche Telekom  auf den Rängen 81 und 88.

Zu den Aufsteigern gehörten im vergangenen Jahr vor allem chinesische Firmen. Ihre Zahl unter den 100 teuersten Unternehmen erhöhte sich von acht auf elf. Eine zunehmend wichtigere Rollen an den Weltbörsen spielen auch Konzerne aus Brasilien, Russland und Indien.

Der Finanzsektor gewann der Untersuchung zufolge nach der Schwächung durch die weltweite Finanzkrise wieder an Bedeutung. Während Ende 2008 nur 16 Unternehmen dieser Branche unter den Top 100 waren, stieg ihre Zahl im vergangenen Jahr wieder auf 24. Die Zahl der Banken stieg dabei von zwölf auf 21.

manager magazin mit Material von afp