BayernLB Verdacht auf Insidergeschäfte

Nach dem Milliardenverlust der BayernLB mit der Tochterbank Hypo Group Alpe Adria erhärtet sich der Verdacht auf Insidergeschäfte. Offenbar zahlten die Münchener einen viel zu hohen Preis für die Tochter. Davon hätten vermögende Familien profitiert, heißt es. Staatsanwälte ermitteln gegen Ex-BayernLB-Chef Werner Schmidt.

München - Wie die "Süddeutsche Zeitung" (Samstagsausgabe) berichtet, profitierten von der Expansion der BayernLB vor allem vermögende Familien aus beiden Ländern, die kurzzeitig bei der österreichischen Hypo Group Alpe Adria (HGAA) eingestiegen seien und ihre Anteile dann mit hohem Gewinn an die Landesbank verkauft hätten. Neben den damals an den Geschäften beteiligten Bankmanagern gerate auch der inzwischen verstorbene Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider nachträglich ins Zwielicht.

Am Mittwoch vernahm die Münchner Staatsanwaltschaft dem Bericht zufolge den früheren BayernLB-Chef Werner Schmidt. Gegen ihn wird wegen des Verdachts ermittelt, dass die Landesbank einen stark überhöhten Preis für die HGAA gezahlt hat. Die Staatsanwaltschaft habe Schmidt nach den Details des Milliardengeschäfts befragt, berichtet die Zeitung weiter.

Dabei sei es auch um eine bislang geheime Gesprächsrunde in der Münchner Konzernzentrale der BayernLB im Januar 2007 gegangen. Damals hätten sich Schmidt und weitere Manager der BayernLB mit dem Aufsichtsratschef der HGAA, Wolfgang Kulterer, und Vertrauten von Landeshauptmann Haider getroffen. An dem Gespräch sei auch der in Kärnten ansässige Vermögensverwalter Tilo Berlin beteiligt gewesen. Eine von ihm betreute Investorengruppe, die laut "SZ" vor allem aus reichen Familien bestand, habe ihre Beteiligung an der HGAA anschließend mit bis zu 150 Millionen Euro Gewinn an die BayernLB verkauft.

Bei seiner Vernehmung beteuerte Schmidt dem Bericht zufolge seine Unschuld. Nach Informationen der Zeitung sagte er aus, er wisse nicht, wer die von dem Vermögensverwalter betreuten Investoren seien. Er habe zudem versichert, dass weder er noch seine Familie zu diesen Investoren gezählt hätten.

Flossen Parteispenden beim Kauf der Hypo Group Alpe Adria?

"Der Spiegel" berichtete am Samstag vorab, dass bei der umstrittenen Übernahme der österreichischen Bank womöglich auch Parteispenden mit im Spiel waren. Wegen des Verdachts der Untreue, des Amtsmissbrauchs und des Betrugs habe der Kärntner Landtagsabgeordnete Rolf Holub (Grüne) beim Obersten Gerichtshof in Wien Strafanzeige erstattet. Politiker könnten sich womöglich persönlich am Kauf der Alpe-Adria-Mehrheit durch die BayernLB bereichert haben. Der Kaufpreis, den die Bayern für die Bank zahlten, habe den tatsächlichen Wert um mindestens 125 Millionen Euro überschritten. Auch sollten Verdachtsmomente geprüft werden, wonach Parteispenden von Deutschland nach Kärnten geflossen sein könnten, schreibt der "Spiegel".

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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