Umfrage Finanzexperten erwarten ruhiges 2010

Die Experten des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erwarten 2010 ein "mageres Börsenjahr" für Deutschland und die USA. Auch beim Wechselkurs Euro/Dollar sowie beim Goldpreis dürfte es kaum große Ausschläge geben, so das Ergebnis einer Umfrage des ZEW unter Finanzfachleuten.

Hamburg - "Für den Deutschen Aktienindex Dax  ist mit einem Jahresendstand von knapp 6150 Punkten zu rechnen", heißt es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie des ZEW, die sich auf die Befragung von 244 Finanzmarktexperten stützt. Vom gegenwärtigen Kursniveau aus sei das "eher eine Seitwärtsbewegung als ein Anstieg".

Ähnliches gelte für den US-Leitindex Dow Jones , dem die Experten einen Jahresschlussstand von 10.650 Zählern vorhersagen. "Von satten Zunahmen wie im Jahr 2009 sind die Börsen somit im Jahr 2010 weit entfernt."

Beim Euro/Dollar-Wechselkurs  gehen die befragten Experten von weitgehend gleichbleibenden Verhältnissen aus. Sie erwarten, dass Ende 2010 ein Euro 1,47 US-Dollar wert sein wird. Zuletzt notierte die europäische Gemeinschaftswährung bei 1,4428 Dollar.

Auch beim Goldpreis  sei wenig Veränderung zu erwarten. Nach den historischen Höchstständen der vergangenen Monate wird eine Feinunze Gold nach Einschätzung der Experten in einem Jahr 1.138 Dollar kosten.

Sollten die Inflationsrisiken akut werden, die die Liquiditätsversorgung der Märkte durch die Zentralbanken berge, so betrachteten 55 Prozent der Umfrageteilnehmer Gold als einen sicheren Hafen, um der monetären Wertminderung zu entgehen, heißt es in der ZEW-Studie weiter. Nur rund ein Drittel sehe in inflationsindexierten Anleihen eine Alternative zu dem begehrten Edelmetall.

Dass rund 60 Prozent der Befragten in siebenjährigen Bundesanleihen mit Inflationsschutz eine lohnende Anlageform sähen, "ist ein Fingerzeig dafür, dass durchaus wieder mit höheren Inflationsraten gerechnet wird".

Zur expansiven Geldpolitik der Zentralbanken äußerten ebenfalls 60 Prozent, eine mögliche Vermögenspreisblase infolge eines zu späten Ausstiegs sei gefährlicher als die konjunkturellen Risiken aufgrund eines zu frühen Ausstiegs aus dieser Politik.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx