Heizperiode Gaspreise steigen wieder

Millionen Verbraucher in Deutschland müssen in den nächsten Monaten um bis zu 15 Prozent mehr für ihr Gas zahlen, sagen Fachleute. Doch bei weitem nicht alle Versorger erhöhen die Preise, viele senken sie sogar. Verbraucher können hier durch einen Anbieterwechsel Geld sparen.

Berlin - Der Energieexperte des Bundesverbandes Verbraucherzentralen, Holger Krawinkel, sagte am Montag, der Preisanstieg sei Folge der Verteuerung des Mineralöls in der zweiten Jahreshälfte 2009. Wegen der Ölpreisbindung folgt der Gaspreis dem Ölpreis mit einer Verzögerung von etwa sechs Monaten. Allerdings seien die Verbraucher der Verteuerung nicht hilflos ausgeliefert. Denn die Ölpreisbindung beim Gas verliere zunehmend an Bedeutung.

Auf dem freien Markt werde Gas inzwischen deutlich billiger gehandelt als es die Preisbindung vorsehe. Anbieter, die nicht durch langfristige Verträge mit den Förderländern gebunden seien, könnten deshalb inzwischen Gas deutlich billiger einkaufen und anbieten. Doch müsse der Verbraucher vielleicht seinen Anbieter wechseln, um davon zu profitieren.

Preiserhöhungen für mehr als zwei Millionen Haushalte

Auch das unabhängige Verbraucherportal Verivox beobachtet eine Trendwende beim Gaspreis. Nach dem Preisverfall im Jahr 2009 werde die Heizenergie zum Jahreswechsel erstmals wieder teurer, berichteten die Branchenbeobachter am Montag. Nach Berechnungen von Verivox wird sich der Durchschnittspreis für Gas im Januar von 5,93 auf 5,95 Cent je Kilowattstunde erhöhen. Es ist der erste Preisanstieg seit dem Einbruch der Energiepreise im Zuge der Wirtschaftskrise. Im Laufe des Jahres 2009 war der Gaspreis um rund 25 Prozent gefallen.

Ausgelöst wird die Trendwende mitten in der Heizperiode laut Verivox von 51 Gasanbietern, die zum Jahreswechsel Preiserhöhungen von durchschnittlich 5,2 Prozent angekündigt haben. Da sich unter diesen Anbietern mehrere große Gasversorger befinden, sind nach Angaben der Branchenbeobachter mehr als zwei Millionen Haushalte von diesen Erhöhungen betroffen. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden verteuere sich das Gas durchschnittlich um 60 Euro jährlich.

Doch die Preise auf dem Gasmarkt gestalten sich derzeit keineswegs einheitlich. Ingesamt 48 Gasversorger senken laut Verivox im gleichen Zeitraum die Gaspreise um durchschnittlich 5,4 Prozent.

Verbraucher können sparen

"Da die Bedeutung der Ölpreisbindung langsam abnimmt, werden die Preisunterschiede zwischen den Gasanbietern immer größer", betonte Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox.de. "Während Gasanbieter mit langfristigen Lieferverträgen bereits jetzt die Preise erhöhen müssen, können Versorger mit einer kurzfristigeren Strategie die Preise sogar noch senken." Verbraucher könnten hier durch einen Wechsel des Anbieters unter Umständen mehrere hundert Euro jährlich einsparen.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen