ZF Friedrichshafen Bis zu 400 Millionen Euro Verlust

Der Autozulieferer ZF Friedrichshafen wird 2009 bis zu 400 Millionen Euro Verlust schreiben. Im kommenden Jahr soll der Umsatz aber um rund 10 Prozent auf mehr als zehn Milliarden Euro steigen, sagte ZF-Chef Hans-Georg Härter. Im Zeitraum von Oktober bis Dezember habe man bereits operativ schwarze Zahlen geschrieben, so Härter.

Frankfurt am Main - "Auch wenn wir 2009 deutliche Verluste in dreistelliger Millionenhöhe verbuchen müssen, haben wir uns in der Krise richtig verhalten", erklärte Vorstandschef Hans-Georg Härter am Donnerstag in Stuttgart.

Das zwei Stiftungen gehörende Unternehmen vom Bodensee sei in Deutschland ohne Kündigungen ausgekommen, obwohl der Umsatz in diesem Jahr um ein Viertel auf rund 9,3 Milliarden Euro eingebrochen ist. Der Verlust werde vor Steuern zwischen 300 und 400 Millionen Euro liegen, sagte Härter nach Angaben eines Sprechers.

Marktführer Bosch rechnet mit einem Milliardenverlust in diesem Jahr, Continental  musste bereits in den ersten neun Monaten einen Nettoverlust von fast 1,5 Milliarden Euro hinnehmen.

Die Zahl der ZF-Beschäftigten weltweit schmolz im zu Ende gehenden Jahr um rund 3400 auf 59.900 ab. Im Ausland seien Standorte geschlossen und Werke zusammengelegt worden. Im Inland wird die Gummimetall-Sparte in die Fahrwerktechnik integriert, was Verwaltungskosten reduzieren soll. In diesem Jahr habe ZF beim Personal 200 Millionen Euro gespart, das ist ein Drittel des gesamten Sparpakets. Dennoch solle die deutsche Stammbelegschaft auch 2010 gehalten werden.

Fürs kommende Jahr äußerte sich Härter vorsichtig optimistisch. "Unser Ergebnisziel für 2010 ist die Gewinnschwelle im operativen Geschäft", sagte er. Der Umsatz soll dann um rund 10 Prozent auf mehr als zehn Milliarden Euro steigen. Im Zeitraum von Oktober bis Dezember habe ZF operativ schon wieder schwarze Zahlen geschrieben.

Liquiditätsprobleme sieht Härter nicht. Das Unternehmen habe sich schon im ersten Halbjahr über ein Schuldscheindarlehen und aus dem KfW-Programm neue Mittel besorgt. Derzeit liege die Liquidität bei mehr als einer Milliarde Euro, sagte der Sprecher.

manager magazin mit Material von reuters

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