Börsenjahr 2010 Experten warnen vor Rückschlägen

Nach der jüngsten Börsenrally warnt die Vermögensverwaltung der Allianz vor Korrekturen im neuen Jahr. Aktienexperte Andreas Utermann geht davon aus, dass es zu Schwankungen an den Märkten kommen wird, wenn Staaten ihre wegen der Krise aufgelegten Hilfsprogramme zurückfahren. Auch die Deutsche Bank erwartet Belastungen.

Frankfurt am Main - "Im Verlauf der kommenden zwölf Monate erwarten wir einen deutlichen Rückschlag bei Aktien und riskanten Anlagen", sagte Aktienexperte Andreas Utermann von Allianz Global Investors (AGI) am Dienstag in Frankfurt. In den kommenden drei Monaten sieht die Allianz-Tochter, die weltweit über eine Billion Euro verwaltet, am Aktienmarkt zwar noch Luft nach oben. "Aber die Luft wird dünner", erklärte Utermann.

Die Vermögensverwaltung von Deutschlands größtem Versicherer geht davon aus, dass es ab Sommer 2010 wieder zu stärkeren Schwankungen an den Aktienmärkten kommen wird. Unter Druck geraten könnten die Märkte, wenn Notenbanken und Staaten ihre wegen der Wirtschaftskrise aufgelegten Hilfsprogramme zurückfahren, warnte Utermann.

Er geht zudem davon aus, dass viele Unternehmen angesichts niedriger Wachstumsraten in den westlichen Industrienationen ihren Gewinne nicht so stark ausbauen können wir vom Markt erwartet. Statt dem Markt insgesamt würden 2010 deshalb nur bestimmte Firmentitel zulegen. "Da wird sich die Spreu vom Weizen trennen."

Für langfristige Investoren ist der Aktienmarkt nach Ansicht von AGI aber weiter attraktiv. "Wir gehen davon aus, dass die Kurse Ende nächsten Jahres leicht über den derzeitigen Ständen liegen", sagte Utermann. Ein für Aktien schlechtes Jahrzehnt wie das zu Ende gehende wird sich nach seiner Einschätzung nicht wiederholen. "Wir werde hier und da immer wieder Miniblasen haben, aber keine globale Blase mehr, die das gesamte System gefährdet."

Auch die Pleite größerer Länder sei nicht zu erwarten. "Das Beispiel Dubai zeigt, dass man versuchen wird, Staatsbankrotte abzuwenden." Das ölreiche Emirat Abu Dhabi hatte seinen hoch verschuldeten Nachbarn Anfang der Woche mit einer Milliardenspitze vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt.

Analysten der Deutschen Bank  zufolge dürfte sich der deutsche Aktienmarkt dürfte im kommenden Jahr seitwärts entwickeln. Zielmarke für den Dax sei ein Stand von 5860 Zählern Ende 2010, sagte Stefan Bielmeier, Head of Economic Research und Asset Allocation, am Dienstag. Dank weiterhin niedriger Zinsen sollte das Jahreshoch im ersten Quartal 2010 erreicht werden und bei etwa 6100 Punkten liegen.

Auch Bielmeier geht davon aus, dass sich das Auslaufen staatlicher Konjunkturmaßnahmen negativ bemerkbar macht. Zudem würden von Juli an Zinserhöhungen der Zentralbanken erwartet. Diese Effekte dürften sich dann als Belastung für den Aktienmarkt erweisen, meinte der Experte.

manager magazin mit Material von reuters und dpa-afx

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