Medizintechnik Carl Zeiss Meditec plant Zukäufe

Der Medizintechnikkonzern Carl Zeiss Meditec hat seinen Gewinn trotz Wirtschaftskrise deutlich ausgebaut. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr um 11,5 Prozent auf 76,1 Millionen Euro und fiel damit besser als von Analysten erwartet aus. Auch der Umsatz lag leicht über den Schätzungen.

Jena - Carl Zeiss Meditec  hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/2009 seinen Umsatz gesteigert und will seine Profitabilität im aktuellen Geschäftsjahr mindestens halten. Wie das Unternehmen am Montag in Jena mitteilte, stiegen die Erlöse zwischen Oktober 2008 und September 2009 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,6 Prozent auf 640,1 Millionen Euro.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei um 11,6 Prozent auf 76,1 Millionen Euro gestiegen. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 73 Millionen Euro gerechnet hatten. Das Konzernergebnis hingegen sei um 2,0 Prozent auf 55,1 Millionen Euro gesunken.

Wie bereits Mitte November mitgeteilt, hat der Konzern damit seine Erwartungen erfüllt. Das abgelaufene Geschäftsjahr habe Carl Zeiss Meditec zur "vollständigen Integration unserer akquirierten Einheiten genutzt", sagte Vorstandsvorsitzender Michael Kaschke am Montag. Nun sei das Unternehmen "bereit für neue Optionen und in dieser Richtung auch aktiv", fügte er hinzu.

Das Unternehmen will nach eigenen Angaben operativ im seit Oktober laufenden Geschäftsjahr 2009/2010 mindestens so profitabel arbeiten wie im abgelaufenen Geschäftsjahr. Zudem ziele Carl Zeiss Meditec auf ein Umsatzwachstum mindestens auf dem Niveau des Marktwachstums ab.

Allerdings sei der Medizintechnikhersteller schlechter in das seit Oktober laufende Geschäftsjahr gestartet als im Vorjahr. Aufgrund negativer Währungseinflüsse werde der Auftragseingang im ersten Quartal leicht unter dem Wert des Vorjahres liegen, sagte Kaschke der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires.

Der Konzern wolle sowohl regional als auch technologisch mit Übernahmen von Lizenzen oder Unternehmen verstärken. Im vergangenen Jahr habe das Unternehmen rund 30 Millionen Euro investiert. "Wir werden uns in diesem Jahr mindestens in dieser Größenordnung bewegen", erklärte der Vorstandsvorsitzende. Im Fokus seien Investitionen und Zukäufe in Asien. In Europa und den USA seien zudem Technologieakquisitionen möglich, fügte Kaschke hinzu. Weltweit beschäftigte der Konzern zum Ende des Geschäftsjahres weltweit rund 2150 Mitarbeiter.

Die Papiere von Carl Zeiss Meditec  legten nach Vorlage der Geschäftszahlen leicht zu. Die angekündigte Dividende von 0,18 Euro je Anteilsschein liege ebenso wie die Zahlen zum abgeschlossenen Geschäftsjahr im Rahmen der Erwartungen, während die Marge beim Gewinn vor Zinsen und Steuern leicht positiv überrascht habe, erklärte ein Börsianer. Allerdings hätten die Papiere einen "fantastischen Lauf" in den vergangenen drei Handelstagen gehabt, so dass manche Börsianer nach dem überzeugenden Zahlenwerk zunächst Kasse gemacht hätten, sagte ein Händler.

Auch Analysten fanden überwiegend positive Worte. Volker Braun von der Commerzbank etwa bewertet die Papiere von Carl Zeiss Meditec weiterhin mit "Add" und einem Kursziel von 13 Euro. Die Ergebnisse hätten durch die Bank positiv überrascht. Besonders beruhigend sei die Ebit-Marge von 11,9 Prozent. Offensichtlich könne das Management nun zudem die künftige Geschäftsentwicklung besser beurteilen, fuhr der Experte fort.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx, ddp.djn und reuters

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