Deutsche Finanzbranche Strenge Bonusregeln freiwillig schon 2009

Die deutschen Banken kommen ihren Kritikern im Streit um Bonuszahlungen entgegen. Die schärferen Regeln der G20-Staaten wolle die Branche bereits in diesem Jahr freiwillig anwenden, sagte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bei einer Veranstaltung am Donnerstagabend. Eine solche Verpflichtung sei bereits unterzeichnet worden.

Frankfurt am Main - Die deutsche Finanzindustrie will die schärferen Bonusregeln für Banken bereits in diesem Jahr freiwillig anwenden. Das teilte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann am Donnerstag bei einem Treffen der Initiative Finanzstandort Deutschland (IFD) in Berlin mit. Eine entsprechende Selbstverpflichtung sei von allen Großbanken sowie Versicherern unterzeichnet worden.

Diese hätten sich schriftlich verpflichtet, die Bonusvorgaben der führenden Volkswirtschaften (G20) umzusetzen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) begrüßte die Selbstverpflichtung der Banken. "Ich unterstütze das sehr", sagte der CDU-Politiker.

Die neuen internationalen Regeln gegen überzogene Bonuszahlungen an Bankmanager, auf die sich G20-Staaten verständigt hatten, sollen eigentlich erst ab 2010 gelten. Die Vergütungen orientieren sich künftig stärker an der nachhaltigen Entwicklung eines Finanzinstituts und berücksichtigen künftig in größerem Maße die Risiken. Schäuble zufolge müssen 2010 dann ergänzende Schritte hinzukommen. Die Anreize für nachhaltiges Management müssten gestärkt werden.

Die Selbstverpflichtung zu Bonuszahlungen wurde von der Deutschen Bank , Commerzbank  , HypoVereinsbank , der DZ Bank und allen Landesbanken abgegeben sowie von den Versicherern Allianz , Talanx und Münchner Rück. DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch sagte: "Auch wir wollen Maß und Mitte." Aber es sei schwierig, Gerechtigkeitsdebatte und Wettbewerbsfähigkeit in Einklang zu bringen.

Schäuble stellte sich hinter die Aussage von Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die den britisch-französischen Vorschlag einer Sonderzahlung für Bonuszahlungen in der Finanzbranche eine "charmante Idee" nannte.

Unterdessen hat Kanada der von einigen europäischen Staaten angepeilten Sondersteuer auf Banker-Boni eine Absage erteilt. "Wir wollen Kanada als Finanzzentrum stärken, daher wollen wir niemanden mit Strafsteuern belegen", sagte Finanzminister Jim Flaherty am Donnerstag vor dem Parlament. Kanada habe das stabilste Bankensystem der Welt und daher keinen Rettungsfonds mit dem Geld der Steuerzahler auflegen müssen.

Zu seinem auf dem Konjunkturgipfel im Kanzleramt jüngst zugesagten Fonds zur Eigenkapitalstärkung des Mittelstandes sagte Ackermann, das Konzept werde mit dem Finanzministerium besprochen. "Die Deutsche Bank hat sich verpflichtet, mit 300 Millionen Euro dabei zu sein." Er gehe davon aus, dass "innerhalb von wenigen Tagen" das Grundkonzept stehe. Dann würden andere eingeladen, sich zu beteiligen. Die Sparkassen hätten ein eigenes Programm. "Das ist auch gut."

manager magazin mit Material von reuters und dpa-afx

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