Märkte Dax schließt fest

Der Dax hat nach einem impulsarmen Handel jenseits der Marke von 5700 Punkten geschlossen. Finanzwerte erholten sich, nachdem die Citigroup über eine Kapitalerhöhung 15 bis 20 Milliarden Dollar aufnehmen will. Gewinnen konnten Titel der Deutschen Bank und der Commerzbank. Aktien der Munic Re stiegen um knapp 2 Prozent.

Frankfurt am Main - An den europäischen Aktienmärkten haben die Kurse am Donnerstag wieder angezogen. Der Dax  stieg um ein Prozent auf 5709 Punkte. Der Stoxx 50  und der EuroStoxx 50  legten ebenfalls je ein Prozent zu. Die arg gebeutelten Börsen in Athen und Madrid machten ebenfalls Boden gut.

Händler führten die Kursbewegung im Dax  und im Stoxx vor allem auf die Erholung einiger Schwergewichte zurück, mochten aus den höheren Indexstände aber keinen klaren Trend ablesen. "Das ist saft- und kraftlos", fasste ein Händler zusammen. "Es sind kaum noch Anleger da, die Umsätze sind desaströs gering."

Auch der Wochenbericht vom US-Arbeitsmarkt hatte Börsianern zufolge keine klaren Erkenntnisse gebracht. Zwar stieg in der vorigen Woche die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe mit 474.000 stärker als erwartet. Zugleich ging aber die Zahl der fortlaufenden Anträge auf 5,157 Millionen von 5,460 Millionen überraschend deutlich zurück. "Ich würde zwar nicht zu euphorisch werden, aber mittelfristig könnte man sogar von einer Stabilisierung am Arbeitsmarkt sprechen", sagte ein Händler.

In New York stieg der Dow Jones  bis zum Abend um 0,8 Prozent auf 10.419 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte um 0,7 Prozent auf 1103 Zähler zu. Der Technologieindex Nasdaq Composite kletterte 0,6 Prozent auf 2196 Punkte.

Am vergangenen Freitag hatte ein überraschend geringer Stellenabbau in den USA die Hoffnungen auf eine raschere Erholung der US-Wirtschaft geweckt. Die Probleme in Dubai sowie die Herabstufung von Griechenland durch die Ratingagentur Fitch und der gesenkte Ausblick für die Bonität Spaniens durch Standard & Poor's sorgten seither aber für Gewinnmitnahmen an den Aktienmärkten.

Die Chancen für eine Jahresendrally haben sich daher in dieser Woche nach Einschätzung der meisten Börsianer verschlechtert. Während einige die Rally schon abgeschrieben haben, schließen andere einen neuerlichen Angriff auf das bisherige Jahreshoch von 5888 Punkte aber noch nicht völlig aus. "In einem so dünnen Markt sind hundert oder zweihundert Punkte ja gar nichts", sage ein Händler. In der Absage der Börsenpläne von Scan Energy sahen Börsianer aber ein Signal für das weiter schwierige Marktumfeld.

Die Bankenwerte erholten sich, nachdem eine Rückzahlung von Staatshilfen durch die Citigroup  erwartet wurde. So stiegen Deutsche Bank  um 1,5 Prozent und Commerzbank  um ein Prozent. Allianz  gewannen 1,8 Prozent und Münchener Rück  1,9 Prozent. In Madrid stabilisierten sich Banco Santander  und BBVA auf ihrem niedrigeren Vortagesniveau. Die griechischen Banken holten dagegen auf. Der entsprechende Branchenindex stieg um 7,3 Prozent.

Zu den Gewinnern zählten europaweit auch Aktien von Firmen, die stark von der konjunkturellen Entwicklung abhängen. So kletterten im Dax ThyssenKrupp  und Salzgitter  um je ein Prozent und im Stoxx50 ArcelorMittal  um 4,2 Prozent. Kali und Salz  erholten sich von den Verlusten im Zug des Bezugsrechtehandels und legten 1,7 Prozent zu. Erneut waren BASF  und Bayer  gesucht, die Titel gewannen bis zu 1,8 Prozent und bescherten dem Dax damit zusammen 15 Pluspunkte. Volkswagen  setzten ihren Aufwärtstrend im Sog der Partnerschaft mit Suzuki  fort. Die Stämme verteuerten sich um 1,6 Prozent, die Vorzüge um 2,2 Prozent.

Software haussiert

Größter TecDax-Gewinner waren nach charttechnischen Kaufsignalen die Aktien der Software AG  mit einem Plus von 5,5 Prozent auf 77,51 Euro. Zeitweise hatten die Titel so hoch wie seit dem Sommer 2001 nicht mehr notiert.

Anhaltende Zweifel am Zustand der Staatsfinanzen in einzelnen Euro-Mitgliedsländern haben den Rentenmarkt am Donnerstag belastet. "Der Appetit auf Staatsanleihen ist begrenzt, man sieht das an der Auktion in Spanien. Der Markt bleibt nervös", sagte Eugen Keller, Devisen- und Rentenstratege beim Bankhaus Metzler.

Der für die europäischen Rentenmärkte richtungweisende Bund-Future gab 28 Ticks auf 123,23 Punkte nach, die Rendite der dem Terminkontrakt zugrundeliegenden zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 3,161 Prozent. Einen Tag nachdem die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) den Ausblick für die Bonität Spaniens gesenkt hatte, verlief eine Auktion von Staatsanleihen in dem Königreich verhalten.

Die Europäische Zentralbank hat bei der Festlegung der täglichen Referenzkurse am Donnerstagnachmittag einen Wechselkurs von 1,4730 US-Dollar für den Euro  errechnet.

manager magazin mit Material von afp, ddp und reuters