Deutsche Bank Chefökonom erwartet Preislawine

Der künftige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, rechnet mittelfristig mit einer Geldentwertung von bis zu fünf Prozent. Grund für den Preisanstieg in fünf bis zehn Jahren sei, dass die Länder nicht rechtzeitig aus den Krisenprogrammen aussteigen und das Geld daher nicht rechtzeitig wieder verknappt werde.

Frankfurt am Main - Der designierte Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Mayer, rechnet langfristig mit einem kräftigen Aufleben der Inflation. "Wir rechnen damit, dass die Notenbanken die Zinsen anheben werden, um die Inflation in den Griff zu bekommen. 2011, 2012 wird die Inflationsrate wieder stabil sein", sagte Mayer der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

"In fünf bis zehn Jahren aber kann das anders sein. Dann könnte die Inflationsrate durchaus in die Richtung von fünf Prozent steigen." Mayer löst zum Jahreswechsel Norbert Walter als Chefökonom des größten deutschen Geldhauses ab.

Als Ursache für das steigende Inflationspotenzial sieht Mayer die Notprogramme der Regierungen gegen die Rezession. Es sei zu befürchten, "dass Länder nicht rechtzeitig aus den Notfallprogrammen aussteigen und das billige Geld nicht rechtzeitig wieder einziehen. Daraus kann sich Inflation entwickeln."

Mit einer Zinswende in Europa und Amerika rechnet der Ökonom im dritten Quartal 2010. Dann würden Europäische Zentralbank (EZB) und die Federal Reserve (Fed) die Leitzinsen anheben. Bis Jahresende 2010 lägen die Zinsen im Euroraum bei zwei Prozent, ein Prozentpunkt mehr als derzeit.

Deutschland kommt nach Einschätzung Mayers besser aus der Rezession als erwartet. "Ich rechne damit, dass der Aufschwung sehr robust wird", sagte Mayer. In Deutschland werde die Wirtschaft 2010 um zwei Prozent zulegen, 2011 um 1,4 Prozent. "Die Bundesrepublik wird also zur Wachstumslokomotive Europas."

manager-magazin.de mit Material von dpa, ddp und reuters

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