Übernahmepoker Hershey prüft Gebot für Cadbury

Neuer Mitspieler im Poker um den Schokoladenhersteller Cadbury: Der US-Süßwarenriese Hershey plant nach Medienberichten ein eigenes Angebot und will damit den Lebensmittelgiganten Kraft Foods ausstechen. Hershey treibt den Preis aber nur leicht hoch. Als mögliche Gegner gelten Ferrero und Nestlé.

London - Hershey  erwägt laut Medienberichten, sich den britischen Marktführer Cadbury  sogar alleine einzuverleiben. Zuletzt war spekuliert worden, dass Hershey mit dem italienischen Familienkonzern Ferrero eine gemeinsame Offerte vorlegen könnte. Nach Informationen des "Wall Street Journal" und britischer Medien treibt die Stiftung, die Hershey kontrolliert, eine 17 Milliarden Dollar (11,4 Milliarden Euro) schwere Gegenofferte für Cadbury voran.

Mit dem Angebot, das etwas über der Kraft-Offerte läge, soll den Aktionären ein größerer Bargeldanteil geboten werden. Kraft Foods , der weltweit zweitgrößte Lebensmittelkonzern und Hersteller von Milka-Schokolade oder Philadelphia-Frischkäse, war zunächst im September bei der Cadbury-Konzernspitze mit einem Übernahmeangebot abgeblitzt und anschließend mit einer unveränderten feindlichen Offerte aus Aktien und Bargeld im Volumen von 9,8 Milliarden Pfund (11 Milliarden Euro) direkt an die Aktionäre herangetreten.

Neben Kraft und Hershey hatte auch Ferrero Interesse an Cadbury signalisiert. Nach Medienberichten soll auch Nestlé  überlegen, in das Bieterrennen einzusteigen. Der Schweizer Branchenriese reagierte bislang jedoch abwiegelnd auf entsprechende Nachfragen.

Cadbury-Chef Roger Carr warb erneut für die Unabhängigkeit des Unternehmens, zeigte sich aber grundsätzlich gesprächsbereit. "Unser Ziel ist es, als eigenständiges reines Süßwarenunternehmen das Beste für unsere Anteilseigner zu machen", sagte Carr dem "Sunday Telegraph". "Aber wir werden jedes unwiderstehliche seriöse Angebot angemessen erörtern", sagte Carr.

Damit erhöht sich der Druck auf Kraft, tiefer als geplant in die Tasche zu greifen und die ursprüngliche Offerte den Cadbury-Aktionären noch zu versüßen. Hershey hat schon Geschäftsverbindungen zu Cadbury und stellt in Lizenz Dairy-Schokolade und Cadbury-Creme-Eier her.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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