Steuerflucht Steuerbehörden verfolgen UBS-Kunden

Die Verschwiegenheit Schweizer Banken bröckelt auf Druck internationaler Steuerbehörden weiter. Jetzt hat die Großbank UBS den US-Behörden zugestehen müssen, bei Verdacht auf Betrugsdelikte die Namen ihrer Kontoinhaber aufzudecken. Unter bestimmten Bedingungen gilt die Absprache sogar rückwirkend.

Zürich - Der Mitte August durch ein Vergleichsabkommen zwischen der Schweiz und den USA geregelten UBS-Steuerstreit kann vor allem amerikanische Steuersündern mit mehr als einer Millionen Franken Vermögen teuer zu stehen kommen.

Bei Verdacht auf "Betrugsdelikte und dergleichen" sollen die Namen von US-Kunden der Grossbank übergeben werden, die zwischen 2001 und 2008 mehr als eine Millionen Franken auf nicht gemeldeten Konten hatten, wie das Schweizer Justizministerium am Dienstag mitteilte.

Sollte betrügerisches Verhalten nachgewiesen werden, sind bereits Vermögen ab 250.000 Franken betroffen. Bei fortgesetzten und schweren Steuerdelikten sind Konten erfasst, auf denen während mindestens drei Jahren ein durchschnittliches Einkommen von 100.000 Franken erzielt und nicht der US-Steuerbehörde IRS gemeldet wurde.

Mit der Herausgabe seines Namens an die US-Steuerbehörde müssen auch Amerikaner rechnen, die zwischen 2001 und 2008 Konten bei einer Offshore-Gesellschaft hielt.

Das grenzüberschreitende Vermögensverwaltungsgeschäft sei schwieriger geworden, sagte dann auch heute UBS-Chef Oswald Grübel in Anspielung auf das bröckelnde Schweizer Bankgeheimnis. Seit Anfang 2008 verzeichnete die UBS  Verluste von insgesamt knapp 25 Milliarden Franken, und reiche Kunden zogen zuletzt immer noch Geld von der Bank ab. Viele Arbeitsplätze gingen verloren, und vor gut einem Jahr mussten Regierung und Nationalbank der UBS mit Milliardenbeträgen unter die Arme greifen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters