EZB Osteuropa muss auf den Euro warten

Führende Vertreter der Euro-Zone haben Hoffnungen der Länder Mittel- und Osteuropas auf einen raschen Beitritt zum gemeinsamen Währungsraum gedämpft. Der Euro könne nicht als schnelle Lösung für deren ökonomische Probleme gesehen werden, mahnten sie. Die Maastricht-Kriterien müssten nachhaltig eingehalten werden.

Wien - "Ich betone, dass ein verfrühter Beitritt in die Euro-Zone kein Heilmittel für die Länder ist, um die Auswirkungen der Krise zu überwinden. Im Gegenteil - ein verfrühter Beitritt würde die Länder um die wichtigen Anpassungsprozesse bringen", sagte EZB-Spitzenbankerin Gertrude Tumpel-Gugerell am Montag auf einer Konferenz der Österreichischen Nationalbank. Das sei nicht im Sinne dieser Länder.

Die Maastricht-Kriterien schreiben vor, dass die öffentlichen Haushalte und die Schulden gewisse Grenzen nicht überschreiten: Das Defizit und die Schuldenstandsquote sollen unter 3 sowie 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bleiben. Wegen der derzeitigen Krise reißen die meisten Staaten der Euro-Zone die Messlatte jedoch deutlich, weil die Konjunkturpakete tiefe Löcher in die öffentlichen Haushalte gerissen haben.

Die Krise hat insbesondere auch die osteuropäischen Länder getroffen, deren Wirtschaft bis 2008 noch doppelt so stark wuchs wie die Westeuropas. Experten rechnen zudem nicht damit, dass solche Wachstumsraten in Osteuropa im Schnitt sobald wieder erreicht werden.

Auch Währungskommissar Joaquin Almunia lehnt die Lockerung der Bedingungen für eine beschleunigte Aufnahme in die Euro-Zone ab. Das sei keine Option, sagte Almunia in Wien. Die Slowakei ist das jüngste Euro-Mitglied. Das Land führte die Währung Anfang 2009 ein und ließ damit große Länder wie Polen, Ungarn und Tschechien hinter sich. 2012 könnte Estland das nächste Euro-Land werden, ist einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters  zu entnehmen. Erst 2014 werden dann weitere Beitritte erwartet.

EZB-Direktoriumsmitglied Tumpel-Gugerell warnte zudem vor überbordendem Eifer, den Euro einzuführen. "Ein übertrieben ehrgeiziger Fahrplan für die Einführung des Euro kann für das betroffene Land teuer werden. Wir haben das in einigen Ländern Mittel- und Osteuropas beobachtet, die ein nicht nachhaltiges Wachstum bei Krediten und Fremdwährungskrediten erlaubt haben", fügte sie an.

Eine glaubwürdige Strategie zur Einführung der Gemeinschaftswährung helfe den Ländern, ihre Wirtschaft zu stabilisieren. Es sei jedoch Wenig sinnvoll, dies einseitig zun. Dies böte keinen wirksamen Schutz gegen Krisen.

manager-magazin.de mit Material von reuters