ThyssenKrupp Dividende trotz Milliardenverlust

Obwohl ThyssenKrupp im vergangenen Geschäftsjahr einen Milliardenverlust eingefahren hat, will das Unternehmen seinen Anteilseignern eine Dividende zahlen. Im kommenden Geschäftsjahr will der Stahlkonzern bei stabilem Umsatz wieder profitabel wirtschaften.

Düsseldorf - Der ThyssenKrupp-Vorstand will eine Dividende von 30 Cent je Aktie vorschlagen. "Wir stehen für Dividendenkontinuität", sagte Vorstandschef Ekkehard Schulz. Das bedeute für ihn, dass das Unternehmen in guten Zeiten maßvoll zahle und in schlechten Zeiten die Ausschüttung nicht ausfallen lasse.

Insgesamt würde ThyssenKrupp  damit 139 Millionen Euro an seine Aktionäre zahlen. Das Geld soll aus den Rücklagen kommen. Für das Geschäftsjahr 2007/2008 hatte ThyssenKrupp bei einer Dividende von 1,30 Euro noch rund 600 Millionen Euro an seine Anteilseigner ausgeschüttet.

Zugleich meldete der Konzern einen Milliardenverlust für das zurückliegende Geschäftsjahr. In dem Zeitraum fiel ein Verlust von rund 2,4 Milliarden Euro an, wie manager magazin exklusiv vorab berichtet hatte. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von rund 1,9 Milliarden Euro. Vor einem Jahr hatte der Konzern noch einen Überschuss von 2,28 Milliarden Euro verbucht. Es ist der erste Verlust seit der Fusion der beiden Stahlgiganten Krupp und Thyssen im Jahr 1999.

Für das laufende Jahr erwartet das Unternehmen aufgrund des drastischen Sparkurses wieder einen Gewinn. Angepeilt werde ein um Sondereffekte bereinigter Vorsteuergewinn in "niedriger dreistelliger Millionen-Euro-Höhe", so der Vorstand. In der Zielmarke klammert der Konzern anders als bislang künftig nicht mehr die Belastungen durch die Projektkosten und die Anlaufverluste in den neuen Stahlwerken in Brasilien und den USA aus, aus denen auch im laufenden Geschäftsjahr "erhebliche" Belastungen erwartet werden.

Bei den Erlösen rechnet das Unternehmen lediglich mit einer Seitwärtsbewegung. "Wir gehen von einer Stabilisierung des Umsatzes aus", sagte Schulz. Er verwies auf den schwachen Auftragseingang von lediglich 36 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr. "Da werden wir uns ganz schön strecken müssen, um den Umsatz des abgelaufenen Geschäftsjahres von 40,6 Milliarden Euro zu erreichen", sagte Schulz.

Zudem plant ThyssenKrupp weitere Personalreduzierungen. Nach dem Abbau von weltweit 12.000 Arbeitsplätzen im vergangenen Geschäftsjahr sollen über Einsparungen und Verkäufe von Unternehmensteilen weitere Arbeitsplätze abgebaut werden. Eine Zahl nannte Konzernchef Schulz jedoch nicht.

Zum 1. Oktober dieses Jahres hatte der Konzern einen grundlegenden Umbau durchgesetzt. Allein dadurch sollen nachhaltig 800 Millionen Euro eingespart werden. Insgesamt will der Konzern ab dem Geschäftsjahr 2010/11 die Kosten um bis zu zwei Milliarden Euro drücken.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx

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