Drittes Quartal MAN spürt die Krise deutlich

Der Maschinenbau- und Nutzfahrzeughersteller MAN hat im dritten Quartal geringere Einbußen hinnehmen müssen als erwartet. Unter dem Strich erzielte der Konzern ein Plus von sechs Millionen Euro. Für die Zukunft gibt sich MAN sehr verhalten.

München - Der Nutzfahrzeug- und Motorenhersteller MAN  hat im dritten Quartal wegen der Nachfrageflaute bei Lastwagen nur noch ein kleines Plus erzielt. Dank der kleineren Sparten Diesel und Turbo wurde ein Überschuss von sechs Millionen Euro erzielt, wie das Unternehmen am Donnerstag in München mitteilte.

Die Einbußen im dritten Quartal 2009 fielen geringer aus als von Analysten erwartet. Auftragseingang und Umsatz schrumpften verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um je 14 Prozent. Das Volumen der Neuaufträge bezifferte der Konzern mit 2,66 Milliarden Euro, den Umsatz mit 3,1 Milliarden Euro. Die Kenngrößen lagen ebenso über den Schätzungen von Branchenexperten wie das operative Ergebnis, das um gut zwei Drittel auf 134 Millionen Euro zurückging.

Für die Zukunft bleibt MAN verhalten. Die Krise werde sich in der kommenden Zeit auch stärker in der Maschinenbau- und Dieselmotorensparte bemerkbar machen. Der Absatzschwund im Nutzfahrzeuggeschäft sei zwar gestoppt, eine Belebung allerdings nicht in Sicht.

Vor allem das Auslandgeschäft stützte die Einnahmen: Während der Umsatz in Deutschland um ein Drittel abnahm, fiel das Minus im Rest der Welt mit 7 Prozent moderater aus.

DZ-Bank-Analyst Michael Punzet hob hervor, MAN habe stark von dem kürzlich von Volkswagen  übernommenen Lkw-Geschäft in Lateinamerika und der Turbomaschinensparte profitiert. Dass der Konzern weiterhin eine konkrete Prognose für das laufende Jahr scheue, sei allerdings enttäuschend, stellte Punzet in einer ersten Einschätzung fest. Die Kostensenkungen zeigten eine positive Wirkung, hieß es von MAN lediglich. Durch den starken Auftragsbestand würden bei Diesel und Turbo die langfristige Durchschnittsrendite bei 8,5 Prozent erreicht.

Vorbörslichen notierten die Aktien mit einem leichten Minus von 0,23 Prozent auf 54,51 Euro etwas besser als der Gesamtmarkt. Vor allem der Auftragseingang des Nutzfahrzeugherstellers habe positiv überrascht, sagte ein Börsianer. Zudem lägen die Zahlen für das dritte Quartal leicht über den Erwartungen, fügte der Händler hinzu.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen

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