Trotz besserer Zahlen Lufthansa bleibt skeptisch

Die Lufthansa schätzt ihre Geschäftsaussichten trotz relativ guter Zahlen im dritten Quartal weiterhin kritisch ein. Der hohe Ölpreis und der fortgesetzte Preiskampf machen der größten deutschen Fluggesellschaft zu schaffen.

Frankfurt am Main - Die Lufthansa  sieht trotz eines unerwartet niedrigen Verlusts in den ersten neun Monaten kaum Licht am Ende des Tunnels. Ob der geplante operative Gewinn im Gesamtjahr erreicht werde, hänge wesentlich von der Geschäftsentwicklung im vierten Quartal ab, teilte die größte deutsche Fluggesellschaft am Mittwoch in Frankfurt mit. Belastungen drohten vom steigenden Ölpreis und der Mengen- und Preisentwicklung im Fluggeschäft.

Die Lufthansa-Aktie büßte am Nachmittag rund fünf Prozent ein und zählte damit zu den größten Verlierern im Leitindex Dax.

In den ersten neun Monaten verbuchte die Lufthansa unter dem Strich ein Minus von 32 Millionen Euro. Nach dem ersten Halbjahr hatte der Verlust noch 216 Millionen Euro betragen, und Analysten hatten für die ersten neun Monate ein Minus von 222 Millionen erwartet.

Zu der Reduzierung trug auch die Auflösung einer Rückstellung bei der österreichischen AUA bei. Der operative Gewinn schrumpfte in den ersten neun Monaten von 954 auf 226 Millionen Euro. Der Umsatz ging trotz der erstmaligen Einbeziehung von AUA und British Midland um gut 13 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro zurück.

Seinen detaillierten Quartalsbericht will der Konzern an diesem Donnerstag vorlegen.

Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat bei den großen Luftfahrtkonzernen rund um den Globus deutliche Spuren hinterlassen. Bei vielen Fluggesellschaften waren die zahlungskräftigen Geschäftsreisenden weggeblieben. Sie setzen statt einer teuren Flugreise auf Telefonkonferenzen oder sind nicht mehr bereit, hohe Ticketpreise zu bezahlen. Zudem macht den Airlines der wieder steigende Ölpreis zu schaffen. Die Lufthansa hat sich bereits ein Sparprogramm verordnet, um ihre Ertragskraft zu sichern.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters

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