US-Immobilienmarkt Hauspreise steigen - die Sorgen auch

Die Preise für US-Wohnimmobilien sind den vierten Monat in Folge gestiegen. Die Erleichterung über eine Stabilisierung am Häusermarkt, der seit seinem Hoch "nur" noch um rund 30 Prozent gefallen ist, wird jedoch getrübt: Die Steuererleichterungen für Immobilienkäufer in den USA laufen aus.

New York - Die Preise für Wohnimmobilien in ausgewählten US-Ballungsgebieten sind im August den vierten Monat in Folge gestiegen. Einfamilienhäuser in den 20 größten Städten kosteten 1,2 Prozent mehr als im Juli, wie aus dem maßgeblichen Case-Shiller-Index von Standard & Poor's hervorgeht. Analysten hatten nur mit einem Plus von 0,7 Prozent gerechnet.

Binnen Jahresfrist fielen die Preise in den ausgewählten 20 Regionen um durchschnittlich 11,3 Prozent und damit weniger stark als erwartet. In 19 Regionen stabilisierte sich der Häusermarkt, vor allem in der Region Kalifornien sei laut Case-Shiller eine positive Entwicklung erkennbar. Nur in der Region Cleveland gaben die Preise im August weiter nach.

Damit verdichten sich die Anzeichen, dass sich der US-Wohnimmobilienmarkt nach einem drei Jahre dauernden Absturz stabilisiert. Seinen Höhepunkt hatte der US-Immobilienboom 2006 erreicht. Seitdem sind die Preise bis heute um durchschnittlich 30 Prozent zurückgekommen. Im April dieses Jahres betrug das Minus sogar knapp 33 Prozent - Beobachter hoffen daher, dass die Talsohle durchschritten ist.

Mit Blick auf die einzelnen Regionen zeigen neben Kalifornien auch Dallas und Denver Zeichen einer stärkeren Erholung. Auf Jahressicht betrug der Preisrutsch in diesen Regionen im August jeweils nur noch unter 2 Prozent - bereits in den kommenden Monaten könnte dort der Preisrutsch im Vergleich zum Vorjahresmonat gestoppt sein und eine echte Erholung eingesetzt haben. In den Regionen New York und San Diego geben die Immobilienpreise auf Jahressicht "nur" noch einstellig nach.

"Ein weiterer Dämpfer zum Jahresende ist jedoch möglich", betonte David Blitzer, Chairmann des Index-Komitees bei Standard & Poors. Er verwies darauf, dass die Steuererleichterungen für Immobilienkäufer (First Time Buyers Tax Credit) im November möglicherweise auslaufen. Über eine Verlängerung dieses staatlichen Unterstützungsprogramms ist noch nicht entschieden.

Außerdem dürfte die steigende Arbeitslosenzahl bis zum Jahresende den Häusermarkt belasten, da zahlreiche Immobilienbesitzer nach dem Verlust ihres Jobs Schwierigkeiten bekommen dürften, ihre Hypothek noch zu bedienen. Die Diskussionen um ein mögliches Auslaufen der Steuererleichterungen haben am Dienstag auch europäische Immobilienwerte belastet.

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