Mittwoch, 18. September 2019

EU-Auflagen zu Staatshilfen Wie Brüssel die Bankenwelt umkrempelt

2. Teil: "Brüssel will den Landesbankensektor kleiner machen"

Auch die WestLB bekam schon Post von der EU. Die Landesbank Nordrhein-Westfalens muss ihre Bilanzsumme auf 140 Milliarden Euro halbieren, sich künftig auf NRW-Firmenkunden konzentrieren und sämtliche Filialen schließen. Zudem steht bis 2011 der Verkauf der ganzen Bank an neue Eigentümer an.

Andere Landesbanken wie die LBBW, die BayernLB und die HSH Nordbank lässt das sorgenvoll nach Brüssel blicken. Auch diese Institute wurden - zum Teil erheblich - gestützt, um durch die Krise zu kommen - und auch von diesen verlangen die Wettbewerbshüter Umstrukturierungen, auf dass sich die Misere nicht wiederholen möge.

Den Anfang haben die Landesbanken bereits gemacht. Neben dem Stellen- hat offenbar auch der Beteiligungsabbau schon begonnen. Medienberichten zufolge läuft bei der WestLB bereits der Verkauf der Tochter Westdeutsche Immobilienbank (Westimmo). Zudem steht die Aufspaltung des Instituts in eine "Good"- und eine "Bad"-Bank bevor.

Auch von der HSH Nordbank ist zu hören, sie suche bereits nach Interessenten für ihre Immobilientochter HSH Real Estate. Und die BayernLB will sich offenbar von ihrer Beteiligung am Fondsemissionshaus KGAL trennen. Aber reicht das alles? Was kommt aus Brüssel auf die Banken noch zu?

"Für die Commerzbank dürfte mit dem Verkauf der Eurohypo das schlimmste überstanden sein", urteilt Professor Reinhard H. Schmidt von der Uni Frankfurt. "Bei den Landesbanken dagegen wird Brüssel wohl an seiner Linie festhalten, den gesamten Sektor kleiner zu machen."

Der Bankenexperte hält dies für den richtigen Weg. Die Landesbanken hätten seit dem Wegfall der Gewährsträgerhaftung im Jahr 2005 ihre eigentliche Aufgabe - die Sparkassen in ihrem Geschäft zu unterstützen - aus dem Blick verloren und viel Geld in Geschäfte gesteckt, für die sie nicht vorgesehen sind (Stichwort: Subprime). "Die Folge ist, dass wir heute zu viele Landesbanken haben, die für ihre Größe nicht über das geeignete Geschäftsmodell verfügen", sagt Schmidt.

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