Dienstag, 17. September 2019

Finanzkonzern ING spaltet sich unter EU-Druck auf

Der Druck der EU-Kommission zeigt Wirkung. Schneller als erwartet spaltet sich der niederländische Finanzkonzern ING auf. Das Unternehmen stellt sein gesamtes Versicherungs- und Kapitalanlagegeschäft zum Verkauf.

Amsterdam - Der niederländische Finanzkonzern ING Börsen-Chart zeigen hat am Montag überraschend seine Aufspaltung bekanntgegeben. ING werde in eine Bank- und eine Versicherungssparte aufgeteilt, erklärte das Institut.

Vor radikalem Schnitt: Die niederländische ING spaltet sich auf
Alle Versicherungs- und Kapitalanlagegeschäfte müssen vom Konzern bis Ende 2013 losgeschlagen werden, teilte das im EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen notierte Unternehmen am Montag in Amsterdam mit. Übrig bleibe dann das Bankgeschäft. Hier müsse sich der Konzern vom Direktbankgeschäft in den USA und anderen kleineren Sparten trennen, um von der Europäischen Union die Genehmigung für die bereits erhaltene Staatshilfe zu erhalten. Die Versicherungs- und Kapitalanlagesparten sollen durch Verkäufe oder Börsengänge aus dem Konzern gelöst werden.

Zugleich kündigte ING an, mit einer Kapitalerhöhung über 7,5 Milliarden Euro die Hälfte seiner vom Staat erhaltenen Hilfen zurückzuzahlen. Die übrigen fünf Milliarden an Staatshilfen sollten "relativ schnell" zurückgezahlt werden. Eine Vereinbarung mit der Regierung dazu gebe es aber noch nicht. Die niederländische Regierung hatte dem in Schieflage geratenen Konzern im Oktober 2008 mit zehn Milliarden Euro unter die Arme gegriffen.

Analysten hatten mit einer Aufspaltung von ING gerechnet - allerdings erst in einigen Jahren. Der Konzern hat bereits das Management für das Banken- und Versicherungsgeschäft voneinander getrennte. Aufspaltungspläne dementierte ING bislang aber immer.

Der Finanzkonzern hat im dritten Quartal operativ deutlich besser abgeschnitten. Der Gewinn vor Sonderposten sei von 229 Millionen Euro im zweiten Quartal auf 750 Millionen Euro gestiegen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Im dritten Quartal 2008 hatte der Konzern noch einen Verlust vor Sonderposten von 568 Millionen Euro erlitten. Inklusive aller Sonderposten wie Belastungen aus der Finanzkrise und Erlösen aus Verkäufen von Sparten verdiente ING im dritten Quartal rund eine halbe Milliarden Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters und dpa

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