Gewinneinbruch Auslandsgeschäft belastet Praktiker

Das Geschäft in Osteuropa bereitet Praktiker Probleme. Hier wirkt die Krise stärker auf den Konsum als anderswo. Die Baumarktkette bekommt das empfindlich zu spüren: Der Gewinn im dritten Quartal bricht um ein Drittel ein.

Frankfurt am Main - Die Expansion nach Osteuropa wird für die Baumarktkette Praktiker  zum Bumerang. Während das Deutschlandgeschäft im dritten Quartal zulegte, brachen Umsatz und Ergebnis im Ausland ein, wie der MDax-Konzern am Donnerstag mitteilte. Dort drücke die Wirtschaftskrise deutlich stärker auf den Konsum als im Heimatmarkt, erläuterte Konzernchef Wolfgang Werner.

Außerdem machten dem Konzern starke Wechselkursschwankungen zu schaffen. "Kurzfristig wird sich an dieser Gemengelage wenig ändern", sagte Werner. Die Praktiker-Aktie war mit einem Kursminus von 8 Prozent in der Spitze größter Verlierer im Nebenwerteindex MDax .

Im abgelaufenen Vierteljahr schrumpften der Konzernüberschuss um fast zwei Drittel auf 9,8 Millionen Euro und der operative Gewinn (Ebita) um knapp ein Drittel auf 34,3 Millionen. Die Rückgänge fielen stärker aus als von Analysten erwartet. Der Konzernumsatz sank um 4,8 Prozent auf 968 Millionen Euro. Praktiker macht derzeit etwas weniger als ein Drittel seines Geschäfts im Ausland.

"Der Ergebnisrückgang im dritten Quartal hängt ausschließlich mit der nach wie vor extrem schwierigen Situation in unseren ost- und südosteuropäischen Auslandsmärkten zusammen", erklärte Werner. In Ländern wie Bulgarien, Ungarn und der Ukraine sei noch keine Trendwende erkennbar.

Für das Gesamtjahr erwartet Praktiker im Konzern weiter einen moderaten Umsatzrückgang und ein positives operatives Ergebnis, machte aber keine näheren Angaben. 2008 hatte Praktiker rund 3,9 Milliarden Euro umgesetzt und operativ 129,1 Millionen Euro verdient. Das Deutschlandgeschäft solle im vierten Quartal besser ausfallen als im vergangenen Jahr. Zudem rechnet das Unternehmen, das zuletzt 22.650 Mitarbeiter beschäftigte, bis Jahresende mit flüssigen Mitteln von 200 bis 250 Millionen Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters