Nestlé Starker Franken drückt den Umsatz

Der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé hat in den ersten neun Monaten Umsatz eingebüßt. Das Schweizer Unternehmen macht dafür ungünstige Wechselkurse verantwortlich. Organisch sei das Geschäft gewachsen, die Gewinnmarge gestiegen. Nestlé kündigte an, sein Programm zum Aktienrückkauf aufzustocken.

Vevey - Wie Nestlé  am Donnerstag mitteilte, lag der Umsatz in dem Zeitraum bei 79,5 Milliarden Franken, nach 81,4 Milliarden Franken im Vorjahreszeitraum. Damit blieb Nestlé knapp hinter den Markterwartungen zurück. Verkäufe von Unternehmensteilen drückten den Umsatz um 0,6 Prozent, der starke Franken  schlug mit 5,2 Prozent zu Buche.

Organisch konnte Nestlé dagegen mit 3,6 Prozent wachsen. Für das Gesamtjahr 2009 geht der Hersteller von Nescafe, Kitkat-Schokoriegeln und Maggi-Suppen weiterhin von einer Beschleunigung des volumengetriebenen Wachstums und von einer Verbesserung der Gewinnmarge in Lokalwährungen aus. Zudem wollen die Schweizer ihr Aktienrückkaufprogramm in diesem Jahr von vier auf sieben Milliarden Franken aufstocken.

"In diesen herausfordernden Zeiten haben wir unsere Strukturen und das Produktportfolio gestrafft, während wir weiterhin in Technologien investieren und unsere Forschungs- und Entwicklungskapazitäten weltweit ausbauen", sagte Konzernchef Paul Bulcke.

Steigerungen verbuchte Nestlé, wie in den vergangenen Quartalen, in erster Linie in Entwicklungsländern. So wuchsen die Schweizer mit der Hauptsparte Nahrungsmittel und Getränke organisch auf dem amerikanischen Kontinent um 6,4 Prozent, in Europa konnte Nestlé nicht zulegen, dafür im Rest der Welt um 5,8 Prozent. Das Segment Pharma wuchs weltweit organisch um 5,9 Prozent auf 5,838 Milliarden Franken.

Zu einem möglichen Gegengebot von Nestlé für den britischen Süßwarenkonzern Cadbury , der vom US-Branchenriesen Kraft Foods  umworben wird, wollte sich der Konzern nicht äußern. Der Verkauf des Kontaktlinsenspezialisten Alcon für elf Milliarden Dollar an den Schweizer Chemiekonzern Novartis  werde voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2010 über die Bühne gehen, hieß es. Ab Januar kann Nestlé eine Verkaufsoption auf die verbliebenen Anteile ziehen.

Ein Analyst wertete die Zahlen als unspektakulär. "Der Aktienrückkauf ist sicher positiv, allerdings zeugt er auch von einer gewissen Einfallslosigkeit, dass sie nicht wissen, was sie sonst mit ihrem Geld anfangen sollen", fügte der Experte hinzu. Im frühen Züricher Handel legte die Nestlé-Aktie gegen den Trend um 2 Prozent zu.

manager-magazin.de mit Material von dpa-afx und reuters

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