Altana Klatten will Kleinaktionäre ausschließen

Die Unternehmerin Susanne Klatten will den Spezialchemiekonzern Altana komplett übernehmen. Die restlichen Aktionäre sollen aus dem Unternehmen herausgedrängt werden, dafür wird das Kaufangebot leicht erhöht. Das Squeeze-out-Verfahren soll Anfang November eröffnet werden.

Bad Homburg - Klatten steht kurz vor dem Erreichen der erforderlichen Schwelle des Aktienbesitzes an Altana . Ihre Holding Skion kündigte am Donnerstag an, den verbliebenen Restaktionären 14 Euro je Anteilsschein zahlen zu wollen. Dies sind rund 7 Prozent mehr als der Schlusskurs der Aktie vom 21. Oktober.

Vor rund einem Jahr hatte Klatten 13 Euro je Altana-Aktie für die restlichen 49,90 Prozent geboten, die sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht hielt. Das Angebot belief sich ursprünglich auf rund 910 Millionen Euro. Skion hält den Angaben zufolge inzwischen knapp 92 Prozent der Altana-Aktien. Ziel sei es, die 95-Prozent-Schwelle zu erreichen, um dann mit dem gesetzlich geregelten sogenannten Squeeze-out-Verfahren zu beginnen. Voraussichtlich in der ersten Novemberhälfte werde dazu das Angebot veröffentlicht. Nach Ankündigung der neuen Offerte schoss die Aktie am Donnerstag zeitweise mehr als 11 Prozent auf 14,55 Euro hoch.

Altana hatte für die ersten sechs Monate einen Rückgang des Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 52 Prozent auf 68 Millionen Euro bekanntgegeben. Der Umsatz war auf 541,0 Millionen Euro (Vorjahr: 716,8 Millionen) gesunken. Gegenüber dem ersten Quartal habe die Umsatzentwicklung im zweiten Jahresviertel allerdings einen positiven Trend gezeigt.

Altana war Anfang Januar außerplanmäßig aus dem MDax  ausgeschieden, nachdem der Streubesitzanteil unter 10 Prozent gefallen war. Bereits 2007 war der Konzern aus dem Dax  abgestiegen, weil er - auch auf Betreiben Klattens - aufgeteilt wurde. Das Pharmageschäft wurde an die dänische Nycomed verkauft, übrig blieb die Spezialchemie mit dem Unternehmenssitz im niederrheinischen Wesel. Die Firma stellt vor allem Lacke und Isolierstoffe her. Altana war im Jahr 1977 aus dem Varta-Konzern ausgegründet worden, der mehrheitlich der Quandt-Familie gehörte. Zu deren Erben zählt Susanne Klatten.

Klatten gilt als reichste Frau Deutschlands. Sie ist Großaktionärin von BMW  und hält über Skion unter anderem eine Beteiligung an dem Windanlagenbauer Nordex . Im Oktober vergangenen Jahres war sie in die Schlagzeilen geraten, nachdem bekannt wurde, dass sie Opfer eines Erpressers geworden war. Der Erpresser, der Schweizer Helg Skarbi, wurde im März zu sechs Jahren Haft verurteilt.

manager-magazin.de mit Material von ddp, reuters und dpa-afx

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