Koalitionsverhandlungen Längere Laufzeiten für Atommeiler

Union und FDP haben sich offenbar geeinigt, die erwogene Verlängerung der Betriebszeiten hiesiger Atomkraftwerke umzusetzen. Details sollen umgehend mit den Betreibern ausgehandelt werden. Ein Teil der Gewinne aus dem Betrieb der Meiler soll zur Entwicklung neuer Kraftwerksarten verwendet werden.

Berlin - Auf diese Nachricht werden die Manager der großen deutschen Energiekonzerne Eon  in Düsseldorf und RWE  in Essen gewartet haben: Die Laufzeitverlängerung für sichere Atomanlagen ist nach Angaben aus Verhandlungskreisen von der großen Koalitionsrunde abgesegnet worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Nach Angaben der Agentur sei die entsprechende Passage aus den Vorbesprechungen der Experten mit der Einigungsformel angenommen worden, die keine konkrete zeitliche Begrenzung für den Betrieb solcher Anlagen genannt hatte.

Details zur Verlängerung der Betriebszeit für die einzelnen Anlagen sollen umgehend mit den Betreibern ausgehandelt werden. Die Koalition sieht die Atomenergie als eine Brückentechnologie und will gleichzeitig die erneuerbaren Energien stärken.

Die Erträge aus dem längeren Betrieb der Atomanlagen sollen nach dem Willen von Schwarz-Gelb zu einem größeren Teil zur Forschung, Entwicklung und Vermarktung erneuerbarer Energien verwandt werden. Sie sollen damit nur zu einem kleinen Teil bei den Betreibern verbleiben. Ziel von FDP und Union war es von Anfang an, den Ausstieg aus der Atomenergie unter der rot-grünen Regierung wieder rückgängig zu machen.

Diese Haltung wird mittlerweile auch von Landespolitikern vertreten. Die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) sagte, auf Kernenergie zur Stromerzeugung bis auf weiteres nicht verzichtet werden, wolle man eine sichere und wirtschaftliche Stromversorgung zu gewährleisten und die angestrebten Klimaschutzziele erreichen.

manager-magazin.de mit Material von dpa und reuters