Call by Call Telekom weiter zu Inkasso für Wettbewerber verpflichtet

Die Deutsche Telekom muss auch in Zukunft Rechnungen für Call by Call-Gespräche ausstellen, die Wettbewerber über ihre Leitungen abwickeln.

Bonn - Ab 2001 müssen die privaten Anbieter jedoch auf Beschluss der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post säumige Kunden selbst mahnen, Beträge eintreiben und Reklamationen bearbeiten. Bis zum Ende dieses Jahres ist die Telekom aber noch zu diesen Diensten verpflichtet, wie Behörden-Chef Klaus-Dieter Scheurle am Montag bekanntgab. Die Telekom-Konkurrenten begrüßten die Entscheidung als kundenfreundlich. Der Ex-Monopolist will sie vor näherer Kommentierung erst prüfen.

Scheurle forderte die Telekom auf, bis zur Jahresmitte den Wettbewerbern ein neues Angebot vorzulegen. Anfang 2001 soll dann eine neue Inkasso-Regelung in Kraft treten. Scheurle sprach von einer Entscheidung für den Wettbewerb und den Verbraucher. "Damit können viele Unternehmen ihre Angebote im offenen Call-by-Call aufrechterhalten und der Verbraucher behält die große Vielfalt des Angebots". Das neue Vertragsangebot an die Wettbewerber, gilt für Sprachtelefonie, Auskunftsdienste, Internet-by-Call sowie für Mehrwertdienste. Dabei ist unter anderem vorgesehen, dass die Gesamtsumme auf ein Konto der Telekom überwiesen wird oder die Telekom die Gesamtsumme einzieht.

Der Geschäftsführer der Verbandes der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), Jürgen Grützner, begrüßte die Entscheidung der Regulierungsbehörde. Sie sei eine kundenfreundliche Regelung, auf die sich der Verband mit der Telekom im Grundsatz schon verständigt hatte. Der VATM, in dem die Konkurrenten des Ex-Monopolisten zusammengeschlossen sind, zeigte sich zuversichtlich, dass eigenes Inkasso etwa auch über darauf spezialisierte Unternehmen möglich sein wird.

Ursprünglich wollte die Telekom die Inkassoleistung für ihre Mitwettbewerber zum 1. April einstellen. Auf den Telefonrechnungen sollten die Telefonate, die über andere Telefonfirmen geführt wurden, nur noch pauschal genannt und nicht mehr eingezogen werden. Bislang leitete die Telekom die Gebühren für Call-by-Call-Gespräche an die entsprechenden Unternehmen weiter. Bei diesen Telefonaten entscheidet der Kunde jedes Mal vor einem Gespräch neu, über welchen Anbieter er telefonieren möchte.