E-Banking Bank-Beschäftigte müssen kompatibel werden

Das Bankgewerbe geht online. Mit Milliardenbeträgen rüsten sich die deutschen Geldhäuser für den Wettlauf um die besten Positionen im Internet. Beschäftigte sollen dabei nicht auf der Strecke bleiben, müssen sich aber auf den E-Umbruch in der Finanzwelt einstellen.

Frankfurt am Main - Die "Revolution" Internet wird das Kreditgewerbe gründlich umkrempeln. Da ist sich Deutsche Bank-Chef Rolf Breuer ganz sicher. "Diese Entwicklung ist zwangsläufig. Wir können gar nicht anders, selbst wenn wir wollten." Die Angst, den Anschluss an die virtuelle Welt zu verpassen, sitzt tief. Zu groß ist außerdem der Konkurrenzdruck auf diesem Gebiet, zu rasant der technische Fortschritt, erläutert er.

Zu verlockend sind aber auch die Perspektiven, aus der vermeintlichen Goldmine Internet Profit zu schlagen. Nach Berechnungen der Deutschen Bank dürfte der Umsatz mit elektronischem Handel (E-Commerce) alleine in Deutschland in den kommenden fünf Jahren auf fast 400 Milliarden Euro hochschnellen. 1999 seien es dagegen erst rund 1,6 Milliarden Euro gewesen. Die WestLB hält nach Branchenstudien europaweit sogar einen Umsatz von mehr als 1,5 Billionen Euro im Jahre 2004 für möglich.

Die Aktien zahlreicher Internet-Firmen in den USA seien deshalb zuletzt "wie eine Rakete in unglaubliche Höhen" geschossen, beschreibt Breuer nicht ohne Neid die Börseneuphorie um diese www.-Unternehmen. Der Umsatz und vor allem die noch üblichen horrenden Verluste spielten bei der Bewertung an der Börse kaum eine Rolle. Alleine der US-Internet-Riese Yahoo habe, trotz vernachlässigbar kleiner Gewinne, inzwischen einen Börsenwert von 113 Milliarden Euro. Für diesen Preis könne man Bayer, Veba, VW, ThyssenKrupp, Preussag und Lufthansa im Paket kaufen.

"Wir werden die Deutsche Bank in die Welt des Internet transferieren", gibt Breuer daher als Losung für sein Projekt Zukunft aus. Dies solle helfen, auch den Wert des weltgrößten Geldhauses mit seinen Milliarden-Gewinnen zu steigern. Nicht zuletzt die rasant aufkommende Konkurrenz neuer Internet-Finanzhäuser zwingt die großen Kreditinstitute zu schnellem Handeln.

Breuer: "Auch im Internet kann jeder Euro nur einmal ausgegeben werden"

Beschäftigte und König Kunde sollen dabei nicht auf der Strecke bleiben. "Das Internet ist ein Zusatzangebot zu unseren Filialen", sagt Breuer. Harte Einschnitte im kostspieligen Filialgeschäft werde es nicht geben. Auch die Kunden sollen keine Abstriche machen müssen - etwa bei der Finanz-Beratung: "Ein Handschlag ist nach wie vor mehr Wert als tausend Klicks", sagt Breuer. Dies habe die Kundschaft seines Hauses in einer Umfrage auch deutlich zum Ausdruck gebracht.

Ob sich die Milliarden-Träume der Internet-Strategen überhaupt jemals realisieren oder letztlich als Größenwahn entpuppen, sei auch noch offen, räumt die Führung der Deutschen Bank ein. Schließlich kann auch im Netz der Netze jeder Euro nur einmal ausgegeben werden.