Boeing Gewinnwarnung nach Milliardenverlust

Probleme mit dem Prestigeprojekt Dreamliner und bei der Modernisierung des Jumbojets kommen Boeing teuer zu stehen. Der Airbus-Rivale verbucht wegen hoher Sonderausgaben einen Quartalsverlust von 1,6 Milliarden Dollar.

Chicago - Der US-Konzern Boeing hat nach einem überraschenden Milliardenverlust seine Geschäftsprognosen für das Gesamtjahr gekappt. Die Aktie gab am Mittwoch im New Yorker Handel deutlich ab.

Boeing  bekräftigte jedoch sein Ziel, den Hoffnungsträger Dreamliner 787 nach massiven Verzögerungen noch in diesem Jahr zum Jungfernflug starten zu lassen. Die ersten Kunden sollen die Maschine am Jahresende 2010 bekommen. Im Vergleich zum Dreamliner verkauft sich das neue Jumbojet-Frachtmodell 747-8 eher schleppend: Bislang liegen erst rund 100 Bestellungen für die rund 300 Millionen Dollar teure Maschine vor.

Im Vorjahresquartal hatte Boeing noch 695 Millionen Dollar verdient. Der Konzern verbuchte nun die Kosten für die ersten drei 787-Testmaschinen sowie die Aufwendungen für die 747-8 in sein Entwicklungsbudget, das deshalb im Gesamtjahr 2009 voraussichtlich auf fast sieben Milliarden Dollar anschwellen wird - fast doppelt so viel wie bislang veranschlagt. Die Gewinnprognose für 2009 senkte Boeing drastisch auf nur noch 1,35 bis 1,55 Dollar je Anteilsschein. Zuvor hatte er noch gut drei mal so viel angepeilt.

Boeing beklagte, die hohen Kosten für die beiden Entwicklungsprojekte überschatteten ein solides Geschäftsergebnis in den Sparten zivile Luftfahrt und Rüstung.

Beim Umsatz rechnet Boeing im Gesamtjahr nach wie vor mit 68 bis 69 Milliarden Dollar, nachdem der Konzern hier im dritten Quartal eine Steigerung von 9 Prozent auf 16,9 Milliarden Dollar verbuchen konnte. Allerdings wurde der Umsatz vor einem Jahr von einem längeren Streik gedrückt. Die zivile Luftfahrt steuerte 7,9 Milliarden Dollar zum Umsatz bei und die Rüstungssparte 8,7 Milliarden.

Den 747 gibt es bereits seit 40 Jahren, das neue Modell soll mit neuen Triebwerken und Tragflächen sparsamer werden. Für die Überarbeitung des Klassikers entschied sich Boeing erst, nachdem der Airbus 380 die 747 als weltgrößtes Passagierflugzeug verdrängt hatte. Auch Airbus machen Verzögerungen bei seinen Großprojekten zu schaffen. Der Riesenflieger A380 startete deutlich später als geplant und auch der neue Militärfrachter A400M liegt bereits Jahre hinter seinem ursprünglichen Zeitplan.

manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen