Erwartungen übertroffen Deutsche Bank erzielt Milliardengewinn

Die Deutsche Bank hat auch im dritten Quartal einen Milliardengewinn geschafft. Nicht zuletzt dank steuerfreier Erträge und dem erfolgreichen Abschluss mehrerer Steuerprüfungen früherer Jahre hat das größte heimische Geldhaus unterm Strich rund 1,4 Milliarden Euro verdient. Der Aktienkurs des Unternehmens fällt dennoch.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank  hat auch das dritte Quartal mit einem Milliardengewinn abgeschlossen. Das Ergebnis vor Steuern habe bei 1,3 Milliarden Euro gelegen, teilte die größte deutsche Bank am Mittwoch mit. "Es wird erwartet, dass alle Geschäftsbereiche positive Ergebnisse ausweisen werden", hieß es weiter. Problemfall war zuletzt das Privatkundengeschäft, dagegen hatte das Investmentbanking floriert.

Aufgrund von Steuererträgen - teilweise aus Steuerprüfungen für frühere Jahre - sei von Juli bis September ein Nettogewinn von 1,4 Milliarden Euro erzielt worden. Analyst Konrad Becker von Merck Finck schätzt, dass die Deutsche Bank rund 500 Millionen Euro Steuern vom Staat zurückbekommen hat.

Vor einem Jahr, als die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers die Finanzwelt in eine tiefe Krise stürzte, hatte die Bank einen Vorsteuergewinn von gerade noch 93 Millionen Euro ausgewiesen. Nach Schätzungen von Thomson Reuters war für das dritte Quartal ein Nettogewinn von 754,83 Millionen Euro sowie ein Vorsteuergewinn von 1,159 Milliarden Euro erwartet worden.

In den ersten neun Monaten kam die Deutsche Bank mit den nun verkündeten Zahlen auf einen Nettogewinn von rund 3,7 Milliarden Euro. "Mit einem Ergebnis vor Steuern auf dem Niveau des Vorquartals demonstriert die Bank unseres Erachtens nach Stärke und übertrifft die Markterwartungen", kommentierte DZ-Bank-Analyst Matthias Dürr das Bankergebnis.

Die Tier-1-Kapitalquote habe Ende des dritten Quartals bei 11,7 Prozent gelegen und damit über dem internen Ziel von 10 Prozent, teilte die Bank ebenfalls am Mittwoch mit. Per Ende Juni hatte die Deutsche Bank die Kennzahl noch auf 11,0 Prozent beziffert. Analyst Becker sagte, damit sei eine Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank unwahrscheinlicher geworden.

Georg Kanders von der WestLB sagte, für die Deutsche Bank seien Zukäufe dank ihrer hohen Profitabilität erschwinglich. Am Dienstag hatte sie die Übernahme von Teilen der niederländischen ABN Amro angekündigt. Zudem steht sie Kreisen zufolge kurz vor dem Kauf von rund 75 Prozent an der Privatbank Sal. Oppenheim, die rund eine Milliarde Euro kosten dürften.

Für die erwartete nächste Übernahme könnte die Deutsche Bank nach Ansicht von Unicredit-Experte Stefan Stalmann aber eine Kapitalerhöhung brauchen. "Das macht die Anleger ein bisschen vorsichtig", erklärte er den Kursrückgang. Der Preis für Deutsche-Bank-Titel  fiel bis zum späten Vormittag um über 3 Prozent auf gut 53 Euro.

"Die Zahlen sind solide, aber auch nicht überwältigend", so Stalmann weiter. Im Investmentbanking habe die Bank wohl nicht so stark abgeschnitten wie ihre Konkurrenten in den USA. Investmentbanken profitieren derzeit stark vom Bedarf vieler Unternehmen an frischem Eigen- und Fremdkapital und von ungewöhnlich hohen Margen.

Am 29. Oktober legt die Deutsche Bank das komplette Zahlenwerk für das dritte Quartal vor.

manager-magazin.de mit Material von ddp, dpa und reuters

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