Deutsche Bank Milliarden-Einstieg in E-Commerce

Jährlich bis zu zwei Milliarden Mark will das weltgrößte Kreditinstitut investieren, um beim Online-Geschäft vorne mitzumischen. Bereits vereinbart wurden strategische Partnerschaften mit Branchenriesen wie SAP und AOL Europe.

Frankfurt am Main - Eine Fülle neuer Kooperationspartner soll das Geldhaus beim elektronischen Handel (E-Commerce) an die Spitze bringen, kündigte Deutsche Bank-Chef Rolf Breuer am Montag an. Mit dem Internet-Anbieter America Online (AOL) Europe plant die Großbank den Ausbau ihres Online-Bankings und neue Finanzdienstleistungen. Der Walldorfer Software-Riese SAP wird mit dem Kreditinstitut gemeinsame "Marktplätze" in der virtuellen Welt des World Wide Web schaffen. Damit sollen der Verkauf von Finanzprodukten forciert und Geschäftsvorgänge vereinfacht werden.

Auch mit Lycos - führendes europäisches Internet-Portal und Suchmaschine -, mit dem Medienriesen RTL, der spanischen Banken-Gruppe LaCaixa und der Verlagsgruppe "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hat die Deutsche Bank eine umfassende Zusammenarbeit vereinbart. Im Zentrum dieser Partnerschaften stünden die Stärkung von Vertrieb und Marketing, sagte Breuer.

Weitere Internet-Allianzen bestehen außerdem bereits mit Yahoo, Mannesmann sowie Nokia. Mit dem finnischen Welt-Marktführer für Mobiltelefone will das Kreditinstitut von dieser Woche an als erstes deutsches Finanzhaus Bankdienstleistungen per Handy (WAP) anbieten. Die globale E-Commerce-Strategie der Deutschen Bank sieht außerdem vor, zwei Internet Fonds mit je 150 Millionen Euro Kapital aufzulegen. Diese sollen sich an aufstrebenden Internet-Firmen beteiligen. Die weltweite Datenautobahn werde vor allem die Finanzbranche grundlegend revolutionieren, sagte Breuer. Die Deutsche Bank wolle bei dieser Entwicklung an der Spitze stehen. "Wir können gar nicht anders, selbst wenn wir wollten."