Sonntag, 15. Dezember 2019

US-Banken Goldman toppt Erwartungen

Nach JP Morgan Chase trumpft auch Goldman Sachs mit einem Milliardengewinn im dritten Quartal auf. Die Entwicklung könnte so weiter gehen - zumindest ein Quartal, sagen Beobachter. Doch die Citigroup zeigt, wo die Gefahren lauern. Jetzt schauen die Experten mit Spannung auf die Deutsche Bank.

Hamburg - Der gefürchtete Einbruch an den Märkten und im Investmentbanking ist ausgeblieben. Und so profitieren derzeit jene großen US-Banken, die in der Finanzkrise weder ihr Investmentbanking noch ihren Eigenhandel eingekocht haben. Lieferten diese Sparten zum Höhepunkt der Krise nach enormen Abschreibungen Milliardenverluste ab, sind sie auch im dritten Quartal die Gewinngaranten.

Gute Zahlen: Goldman Sachs in New York ist wieder dick im Geschäft
Das zeigte sich bereits am Mittwoch bei JP Morgan Chase, die einen nahezu verzehnfachten Nettogewinn von 3,6 Milliarden Dollar vorlegte und setzte sich am Donnerstag mit Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen fort. Die US-Investmentbank steigerte nach ersten Meldungen vom Donnerstag ihren Gewinn um das Dreifache auf 5,25 Dollar je Aktie.

Es seien insbesondere das jetzt kundengetriebene Eigenhandelsgeschäft mit Aktien und anderen risikoreicheren Papieren sowie der kaum abreißende Boom an den Märkten für Unternehmens- und Staatsanleihen, die die Gewinne der US-Banken trieben, sagen Analysten wie Manfred Jakob (SEB) und Konrad Becker (Merck Finck) im Gespräch mit manager-magazin.de. Und weil ehemals große Wettbewerber wie Lehman Brothers und Merrill Lynch nun weggefallen sind, generierten die verbliebenen Banken nun um so höhere Erlöse in diesen Segmenten.

Darüber hinaus profitierten die Institute im Zuge anziehender Märkte und der sich erholenden Konjunktur von Bewertungszuwächsen in ihren Portfolien. So konnte JP Morgan im dritten Quartal zum Beispiel einen Wertzuwachs rund 400 Millionen Dollar allein bei Portfolien mit Krediten für Übernahmefinanzierungen und Hypotheken verbuchen. Und so mancher Marktbeobachter erwartet, dass diese Tendenz vorerst anhalten dürfte, sprich ein weiteres starkes "Handelsquartal" die Bilanzen der Banken auch im vierten Geschäftsquartal stützen werde.

Trotz seiner optimistischen Grundeinschätzung warnt Jakob davor, diese Tendenz fortschreiben zu wollen, wie es die stark gestiegenen Kurse mitunter unterstellten. Die Ergebnisse im Investmentbanking und Eigenhandel müssten zwangsläufig volatil bleiben, weil sie eben sehr stark an der Entwicklung der Kapitalmärkte hängen. "Sie sind also kein sicherer Hafen", warnt Jakob. Und einen Blankoscheck auf den erwarteten Konjunkturanstieg im kommenden Jahr gebe es ebenso wenig.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung