Freitag, 20. September 2019

Rekordhoch Selbst die Notenbanken kaufen Gold

Gold ist so teuer wie nie zuvor. Analysten verweisen nicht nur auf das indische Lichterfest und die Kauflust privater Investoren, sondern auch auf einen Strategiewechsel der Zentralbanken: Statt wie in den Vorjahren Gold zu verkaufen, stocken viele Notenbanker ihre Reserven an der Krisenwährung wieder auf.

Hamburg - Der Goldrausch geht weiter. Knapp 1070 US-Dollar wurden am Dienstag für eine Feinunze (31,1 Gramm) Gold Börsen-Chart zeigen gezahlt, damit ist das Edelmetall so teuer wie nie zuvor. Die Argumente für die Goldhausse sind bekannt: Anleger fürchten auf Grund der explodierenden Staatsverschuldung Inflation und erhöhen den Goldanteil in ihrem Portfolio, zweitens schwächt die Nullzinspolitik der US-Notenbank den Dollar und treibt auf diese Weise den Preis, und drittens sind die Preise für Rohstoffe und Basismetalle allgemein auf Erholungskurs.

Lust auf Gold: Konsumenten greifen nach Schmuck - und Währungshüter verstärkt nach Barren für die Reserve
"Die Wahrscheinlichkeit, dass die Marke von 1100 Dollar pro Feinunze in Kürze überwunden wird, ist im Moment hoch", sagt Frank Schallenberger, Rohstoffexperte der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Er verweist darauf, dass neben der inflationsgetriebenen, spekulativen Hausse auch die physische Nachfrage nach Gold zuletzt gestiegen ist - und die Käufer sind nicht irgendwer.

Zum indischen Lichterfest Diwali Ende Oktober wird traditionell viel Schmuck verschenkt, und auch das nahende Weihnachtsgeschäft in der westlichen Welt dürfte die Nachfrage stützen. "In Indien haben die Goldimporte im September bereits wieder auf rund 50 Tonnen zugenommen, das entspricht dem höchsten Wert seit 11 Monaten", sagt Schallenberger.

Entscheidend ist für den Rohstoffexperten jedoch, dass bei vielen Zentralbanken offenbar ein Umdenken eingesetzt hat und viele dieser gewichtigen Marktteilnehmer nicht mehr als Verkäufer, sondern als Käufer auf dem Goldmarkt auftreten.

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