Krisenkosten Bankenverband warnt vor Börsensteuer

Der Bundesverband deutscher Banken ist gegen einen Alleingang Deutschlands bei der Börsenumsatzsteuer. Der Vorstoß, die Finanzwirtschaft an den Krisenkosten zu beteiligen, verteuere letztlich die Unternehmensfinanzierung und schmälere die Erträge der Sparer.

Osnabrück - Der Hauptgeschäftsführer des Verbands, Manfred Weber, hat sich gegen einen Alleingang Deutschlands bei der Börsenumsatzsteuer ausgesprochen. "Das kommt meines Erachtens überhaupt nicht infrage", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Weber wies die Kritik von Bundespräsident Horst Köhler zurück, wonach in der Finanzwirtschaft die "Hütchenspieler" wie bisher unterwegs seien. "Wir Banken haben unsere Lektion gelernt", sagte Weber. Insofern löse die Abrechnung des Präsidenten bei ihm weder Zorn noch Beschämung aus.

Der Hauptgeschäftsführer wandte sich ferner gegen den Vorwurf Köhlers, die Banken hätten bei Ausbruch der Finanzkrise die Hilfe des Staates gesucht und ließen nun aber die Politiker im Regen stehen, indem sie sich strengen Regeln für den Finanzmarkt entzögen. "Keinesfalls ist das so", betonte Weber. Die Banken selbst hätten größtes Interesse daran, das System in sich stabiler zu machen.

Dabei gehe es nicht darum, einfach immer mehr Regeln einzuführen, sondern vor allem um bessere Regeln, betonte der Vertreter von mehr als 220 privaten Banken. Zum Beispiel sollten Anforderungen an Geldinstitute, mehr Eigenkapital zu bilden, erst greifen, wenn die Krise wirklich überwunden sei. Sonst gebe es Probleme bei der Kreditvergabe.

manager-magazin.de mit Material von ap

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