Finanzmärkte US-Aufsicht verschärft Ratingregeln

Die US-Börsenaufsicht versucht mit mehreren Regulierungen die Märkte besser unter Kontrolle zu bekommen. Ratingagenturen etwa müssen künftig ihren Track-Record offen legen und sich untereinander über Analysen strukturierter Produkte informieren. Zudem sollen so genannte Flash Orders verboten werden, mit denen Händler um Sekunden feilschen.

Washington - Die US-Börsenaufsicht hat eine Reihe neuer Vorschriften zur Regulierung der Ratingagenturen gebilligt. Alle Kreditbewertungsagenturen müssen demnach künftig kontinuierlich eine Historie ihrer Ratings veröffentlichen, wie die Securities and Exchange Commission (SEC) mitteilte. Beginnend mit dem 26. Juni 2007 müssen die Agenturen die Ratings offenlegen, um Investoren eine bessere Einschätzung des "Track-Records" zu ermöglichen.

Eine zweite neue Vorschrift der SEC soll den Wettbewerb unter den Ratingagenturen ankurbeln. So sollen Agenturen wie Standard & Poor's und Moody's, die von den Emittenten für eine Bewertung der Papiere bezahlt werden, künftig ihren Wettbewerbern mitteilen müssen, wenn sie sich im Prozess der Bewertung strukturierter Produkte befinden.

Zudem beschloss die SEC, bei einigen Wertpapiervorschriften den Verweis auf ein Rating zu streichen, damit sich die Anleger nicht zu sehr auf die Einstufung durch die Ratingagenturen verlassen. Mit weiteren neuen Vorschriften will die SEC Interessenkonflike der Agenturen verhindern.

Die SEC hat sich zudem für ein Verbot so genannter Flash Orders ausgesprochen. Wie die SEC mitteilte, stimmte sie mit 5 zu 0 Stimmen für ein Verbot. Flash Orders sind Transaktionen, die darauf beruhen, dass Marktteilnehmer von Geboten eine Sekunde vor der Allgemeinheit Kenntnis erhalten und darauf handeln.

Flash Trades existieren seit 1978 und werden heutzutage von Händlern mit besonders schneller Computertechnik ausgeführt.

Die Handelspraxis war in jüngster Zeit in die Kritik geraten, weil sie bestimmten Marktteilnehmern Wettbewerbsvorteile verschafft. Die elektronischen Börsen Nasdaq und BATS haben Flash Trades deshalb bereits abgeschafft.

Ein generelles Verbot von Flash Orders würde sowohl für den Aktien- als auch den Optionshandel und alle alternativen Handelssysteme gelten.

manager-magazin.de mit Material von dow jones

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