Erzeugerpreise Deutschlands Teuerung zeigt Trendwende

Die deutschen Erzeugerpreise sind im August auf Monatssicht um 0,5 Prozent gestiegen. Das war der erste Preisanstieg seit September 2008. Im Jahresvergleich sind die Preise dagegen weiter rückläufig und liegen etwa auf dem Niveau vom September 2007.

Wiesbaden - Erstmals seit fast einem Jahr haben die Erzeugerpreise in Deutschland zum Vormonat angezogen. Ab Werk mussten die Kunden im August 0,5 Prozent mehr zahlen als im Juli, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Gegenüber dem Vorjahr fielen die Preise um 6,9 Prozent.

"Damit befinden sich die Erzeugerpreise im August 2009 in etwa auf dem Niveau vom September 2007", schrieben die Statistiker. Im Juli war mit einem Minus von 7,8 Prozent der stärkste bislang gemessene Preisrückgang seit Beginn der Statistik im Jahr 1949 verzeichnet worden.

Den größten Einfluss auf die Teuerungsrate hatten zuletzt die Preise für Energie. Zwei Drittel der Veränderung des Gesamtindex gegenüber August 2008 waren darauf zurückzuführen. Die Energiekosten lagen um 14,3 Prozent unter denen des Vorjahresmonats, aber 1,1 Prozent über dem Vormonat. Ohne Berücksichtigung von Energiekosten sanken die Erzeugerpreise im Jahresvergleich um 3,4 Prozent und stiegen auf Monatssicht um 0,3 Prozent.

Die Preise für Vorleistungsgüter wie etwa Futtermittel oder Metallerzeugnisse sanken zum Vorjahr, verteuerten sich zum Vormonat jedoch leicht. Verbrauchsgüter wie etwa Lebensmittel verbilligten sich zum Vorjahr um 2,3 Prozent. Gegenüber dem Vormonat blieb das Preisniveau konstant. Für Investitionsgüter wie Maschinen oder Fahrzeuge mussten die Kunden dagegen etwas mehr zahlen als vor Jahresfrist, zum Vormonat blieben die Preise unverändert.

Die Produzenten geben die Richtung für die Verbraucherpreise vor: Der Handel reicht niedrigere Einkaufskosten in der Regel an seine Kunden weiter. Im Juli waren die Verbraucherpreise erstmals seit 22 Jahren gefallen. Experten gehen aber davon aus, dass die Teuerungsraten im Herbst wieder anziehen.

manager-magazin.de mit Material von ap, ddp, dow jones reuters

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