Flowtex Schwere Vorwürfe gegen Gläubigerbank

Der Baden-Württembergischen Bank wird vorgeworfen, früh von den Millionenbetrügereien bei der Bohrfima gewusst zu haben. Doch anstatt andere Gläubiger zu warnen, sollen die Stuttgarter lieber ihre eigenen Schäfchen ins Trockene gebracht haben.

Frankfurt am Main - Das Kreditinstitut habe sich zu Lasten anderer Banken größere Geldbeträge gesichert, berichtet die "Frankfurter Rundschau". Das Geldhaus habe einen FlowTex-Prokuristen veranlasst, Zahlungen an andere Gläubiger durch Lastschriftstornierungen rückgängig zu machen, um so die eigenen Kredite zu sichern. Die von der BW-Bank an FlowTex ausgezahlten Kredite hätten sich auf weniger als 50 Millionen Mark belaufen, meldet die Zeitung.

Ein Sprecher der Baden-Württembergischen (BW) Bank wies die Vorwürfe "mit Entschiedenheit" zurück. "Da versuchen einige Banken und Leasingfirmen, die es noch härter getroffen hat, Stimmung gegen unsere Bank zu machen", sagte ein BW-Sprecher. Am Mittwochnachmittag wollten sich in Frankfurt am Main Insolvenzverwalter für die FlowTex, Rechtsanwalt Eberhard Braun, und einem möglichen Treuhänder treffen.

Die Sprecherin von FlowTex, Brigitte Morlok, teilte mit, dass ein alleinvertretungsberechtigter FlowTex-Prokurist aus ihr nicht näher bekannten Gründen seine Prokura niedergelegt habe und auch aus seinem Amt als Geschäftsführer der FlowTex-Tochter RPP ausgeschieden sei.