HeidelbergCement Kapitalerhöhung beschlossen

HeidelbergCement will mit der Ausgabe von 62,5 Millionen neuen Aktien sein Kapital um mehr als eine Milliarde Euro erhöhen. Gleichzeitig verkauft Großaktionär Ludwig Merckle angeblich im gleichen Umfang Aktien des hoch verschuldeten Baustoffkonzerns. Merckles Anteil würde dadurch erheblich sinken.

Hamburg - Der hoch verschuldete Baustoffkonzern HeidelbergCement  will sich über eine Kapitalerhöhung dringend benötigtes Geld verschaffen. Der Vorstand habe eine Barkapitalerhöhung mit Bezugsrechten der Aktionäre beschlossen, teilte das Unternehmen am Sonntagabend mit. Das Grundkapital der Gesellschaft solle um 50 Prozent durch Ausgabe von 62,5 Millionen neuen Aktien erhöht werden.

"Gleichzeitig mit der Platzierung der neuen Aktien aus der Kapitalerhöhung werden Altaktien (...) bis maximal im gleichen Umfang wie die Barkapitalerhöhung im Rahmen einer Privatplatzierung bei ausschließlich qualifizierten Investoren mitplatziert werden", heißt es in der Mitteilung weiter. Dabei handelt es sich Finanzkreisen zufolge um Anteile des Pharmaunternehmers Ludwig Merckle, der sich angeblich vom größten Teil seiner Beteiligung an HeidelbergCement trennen wird. Die geplante Platzierung von bis zu 62,5 Millionen Aktien werde allein aus dem Besitz von Merckle gespeist, sagte eine mit den Plänen vertraute Person am Montag.

Merckle hält nach jüngsten Angaben rund 90 Millionen HeidelbergCement-Aktien. Nach der geplanten Kapitalerhöhung sinkt der Anteil des hoch verschuldeten Unternehmers damit auf weniger als 20 von bisher 72,4 Prozent.

"Der Kursabschlag an der Börse ist ein guter Hinweis"

Bei der Platzierung der Kapitalerhöhung muss der Konzern mehreren Insidern zufolge mit einem relativ geringen Abschlag auf den Aktienkurs vom Freitag rechnen. "Zehn Prozent sind die Obergrenze", sagte eine mit den Plänen vertraute Person. "Der Kursabschlag an der Börse ist ein guter Hinweis", sagte eine andere. Das Papier gab am Montag 4 Prozent auf 41,48 Euro nach.

Die Transaktion solle die Eigenkapitalbasis der Gesellschaft stärken. Die Erlöse würden zur Rückzahlung bestehender Verbindlichkeiten eingesetzt. Die Bezugsfrist für die neuen Anteilsscheine werde voraussichtlich vom 24. September 2009 bis 7. Oktober 2009 laufen. Der Preis soll am 22. September 2009 bekannt gegeben werden. In Finanzkreisen hatte es vor einer Woche geheißen, dass HeidelbergCement eine Größenordnung von bis zu 1,5 Milliarden Euro anpeile.

Das wäre die mit Abstand größte Kapitalerhöhung in Deutschland in diesem Jahr. Der Zementkonzern hatte zuletzt eine Verschuldung von 11,3 Milliarden Euro. Hauptaktionär ist bislang die Familie des verstorbenen Unternehmers Adolf Merckle. Immer mehr Firmen wollen das günstige Börsenklima nutzen und neue Aktien ausgeben, ohne größere Kursabschläge hinnehmen zu müssen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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