Dienstag, 18. Juni 2019

Börsenerholung Hedgefonds verdienen wieder Geld

Alternative Investments wie Hedgefonds zählen plötzlich wieder zu den Renditejägern auf den Finanzmärkten. Die Branche selbst gibt an, womöglich sogar eines der besten Ergebnisse der vergangenen zehn Jahre einzufahren.

Hamburg - Die Hedgefondsbranche ist nach den schweren Verlusten des vergangenen Jahres wieder auf Kurs für neue Rekordergebnisse. Im August hätten die Fonds 1,65 Prozent zugelegt, teilte der Marktforscher Hedge Fund Research (HFR) am Dienstag mit. Seit Januar liege das Plus der 1,4 Billionen Dollar schweren Industrie im Schnitt bei 14 Prozent.

Handel mit Aktien, Rohstoffen und Derivaten: Hedgefonds gelten wegen ihrer Intransparenz für viele weiterhin als suspekt. Angeblich könnte die Branche in diesem Jahr das zweitbeste Ergebnis seit 1999 erzielen
Die Branche ist laut HFR damit auf dem besten Weg, das zweitbeste Ergebnis seit 1999 zu erzielen, als das Plus mehr als 30 Prozent betrug. Das vergangene Jahr war mit einem Minus von 19 Prozent das schlechteste Jahr für die Hedgefonds.

Der US-Großinvestor George Soros hat im Gegensatz zu den meisten anderen Hedgefonds einem Branchenmagazin zufolge großen Profit aus der Finanzkrise geschlagen. Das von seiner Investmentfirma Soros Fund Management verwaltete Vermögen stieg in den zwölf Monaten bis Anfang Juli um mehr als 40 Prozent auf 24 Milliarden Dollar, wie es in dem neuen Hedgefondsmagazin "AR" heißt. Der größte US- Hedgefonds Bridgewater Associates dagegen verlor dem Magazin zufolge 15 Prozent seines Vermögens auf 37 Milliarden Dollar.

Andere prominente Fonds mussten sogar noch deutlichere Verluste verbuchen, weil Kunden teilweise panikartig ihre Gelder abzogen hatten und die Kurse daraufhin abstürzten. So sei etwa das von Renaissance Technologies verwaltete Vermögen um mehr als 40 Prozent auf 17 Mrd. Dollar gefallen. Die Investmentlegende George Soros war im vergangenen Jahr mit einem Einkommen von 1,1 Milliarden Dollar weltweit der bestbezahlte Hedgefondsmanager.

Mittlerweile zählen Hedgefonds auch wieder zu den größeren Investoren auf den Finanzmärkten. Zuletzt sorgte in der Bundesrepublik aus Übersee für aufsehen, der sich indirekt an Deutschlands zweitgrößter Fluggesellschaft beteiligt hat.

Der Hedgefonds Bluebay hat für zwei seiner Fonds Anteile an einer Wandelanleihe von Air Berlin, teilte die Fluglinie selbst mit. Würden die Papiere in Aktien umgewandelt, käme Bluebay derzeit auf 5,2 Prozent der Stimmrechte. Air Berlin hatte sich mit einer Wandelanleihe über 125 Millionen Euro geliehen. Mit einem Teil des Geldes will die Fluggesellschaft langfristige Schulden ablösen.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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